Auktion: 285 / Kunst des XX. Jahrhunderts und Muenchner Schule am 05.12.2003 Lot 39

 
Wilhelm Morgner - Frau mit Karre

39
Wilhelm Morgner
Frau mit Karre, 1911.
Öl
Schätzung:
€ 50.000
Ergebnis:
€ 57.500

(inkl. 15% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung

Frau mit Karre
Öl auf Malpappe, 1911
Links oben monogrammiert und datiert. Verso von Georg Tappert mit der Inventarnummer versehen und bezeichnet "K No. 68 - 1911 - Morgner - Tpt 66 x 51 1/2". 51,5 x 66 cm ( 20,2 x 25,9 in).

PROVENIENZ: Privatsammlung Norddeutschland.

LITERATUR: Harald Seiler, Wilhelm Morgner, Recklinghausen 1958.
Wilhelm Morgner 1891 - 1917, Ausst.Kat. Westfälischer Kunstverein Landesmuseum Münster (Stuttgart, Brügge, Ostende, Ypern), 1967/68.
Lucja Nerowski-Fisch, Wilhelm Morgner 1891 - 1917, Ein Beitrag zum deutschen Expressionismus, Soest 1984.

Wilhelm Morgner zählt sicherlich zu den größten Talenten der Expressionisten - neben Franz Marc, August Macke und Alexej von Jawlensky, deren künstlerischen Ansichten er sehr nahe steht. Aber wie in unserem Gemälde sichtbar wird, haben ihn auch die Arbeiten van Goghs sehr inspiriert. Der junge Künstler sieht sich zeitweise geradezu im Wettstreit mit ihm. So schreibt er 1912, als er nur ein Bild auf der Sonderbund-Ausstellung bewilligt bekommt: "Ich habe mich so sehr über den Sonderbund in Köln geärgert, diese Leute stellen nun die Jugendwerke van Goghs [aus] und mir refüsieren sie die Sachen." Zwar legt Morgner das Schwingen der Linien sowie die Wahl des Themas genauso wie sein Vorbild zu Grunde, jedoch finden wir in seinem Werk eine Weiterentwicklung seiner Auffassung: Ein expressives Kolorit, das durch die geschickte Kombination reiner und gebrochener Farben, die Landschaft zum Leuchten bringt sowie eine Perspektive, die zum Teil nur durch den reinen Pinselduktus entsteht. "Sie fragen mich, wie ich zu den Bildern gekommen bin. Ich weiß das nicht recht klar zu machen. Man hört so oft, daß die Menschen sprechen von Realismus und Idealismus. Im tiefsten Grund ist das eine ebenso großer Unsinn wie das andere. Ich habe weder ein Ideal noch halte ich den Realismus für richtig, sondern an die Stelle dieser beiden Dinge setze ich das Wort Leben. [...] Die Art und Weise wie die Farben und Linien gegeben sind, sollen ein Weiterschwingen meines Ichs sein, etwa wie der Schall, der von irgendeinem Instrument erzeugt wird und dann die Luft in dieselben Schwingungen versetzt, wie sie das Instrument gegeben hat." (W.M., Brief an Georg Tappert, 10. November 1911). [DP]

39
Wilhelm Morgner
Frau mit Karre, 1911.
Öl
Schätzung:
€ 50.000
Ergebnis:
€ 57.500

(inkl. 15% Käuferaufgeld)