Auktion: 530 / Evening Sale / Sammlung Hermann Gerlinger am 10.06.2022 in München Lot 75

 

75
Günther Förg
Metro 5, 2001.
Acryl auf Leinwand
Nachverkaufspreis: € 180.000
+
Metro 5. 2001.
Acryl auf Leinwand.
Verso signiert, datiert und betitelt. 200,5 x 200,5 cm (78,9 x 78,9 in).

• Farbstarke, großformatige Hommage an Barnett Newman.
• Förgs Malerei vereint scheinbar Gegensätzliches: die geometrische Strenge der Bildanlage mit der gestischen Spontaneität des vibrierenden Farbauftrages.
• Großformatige Farbfelder Günther Förgs befinden sich heute in zahlreichen bedeutenden internationalen Sammlungen, wie u. a. der des Museum of Modern Art, New York, des Städel, Frankfurt a. M., des Stedelijk Museum, Amsterdam und des San Francisco Museum of Art
.

Wir danken Herrn Michael Neff vom Estate Günther Förg für die freundliche Bestätigung der Authentizität dieser Arbeit. Das Werk ist unter der Nummer WVF.01.B.0618 im Archiv registriert.

PROVENIENZ:
Privatsammlung Deutschland (direkt vom Künstler erworben).
Privatsammlung Belgien.

"Ich liebe Zinnoberrot [..] Das kommt von der Typographie bei den russichen Konstruktivisten. Es hat etwas Signalhaftes oder Peppiges."
Günther Förg, 1997.

Der Werdegang von Günther Förg ist eng mit der Stadt München verbunden. 1952 in Füssen geboren, studierte er in den siebziger Jahren bei Karl Fred Dahmen an der Akademie der Bildenden Künste in München und reagierte in seinen Werkserien auf Ausstellungen wie die von Cy Twombly im Lenbachhaus oder Blinky Palermo in der Galerie Heiner Friedrich. Nach ersten Einzelausstellungen bei Rüdiger Schöttle waren seine Werke regelmäßig in München zu sehen und er prägte als Professor für Malerei an der Akademie bis zu seinem Tod. Das Werk Günther Förgs besticht durch seine Vielfältigkeit. Er bewegt sich mit spielerischer Leichtigkeit zwischen den künstlerischen Medien: Malerei, Skulptur, Wandmalerei, Fotografie, Zeichnung und Grafik. Besonders in der Malerei zeigt er seine Vielfältigkeit. Förg beschränkte sich hier nicht nur auf die Leinwand, sondern experimentierte auch mit Stoffen und Papier, Blei und Holz als Trägermaterialien. Neben Öl und Acryl benutzte er auch Gips, Blattgold und Kreide. Nicht nur die vielfältigen visuellen und haptischen Effekte, die sich durch Pinselführung und Farbauftrag erzielen lassen, reizten ihn, sondern vor allem auch die Widerstandsfähigkeit der Materialien und deren zufällige Eigenschaften, auf die er künstlerisch reagieren musste. In seinen Werken fehlt jedes narrative Moment, sie zielen allein auf optische Prägnanz. Dabei setzt er auf einen transparenten Farbauftrag, damit der Untergrund immer mitwirken kann. Förg arbeitet nicht in Schichten sondern erzielt die gewünschte Oberflächenwirkung in einem Farbauftrag, dabei strebt er einen monochromen Farbklang an. Er sucht keine Tiefe in seiner Malerei und genau das gibt seinen Bildern diese einzigartige Leichtigkeit. Er gibt seinen Oberflächen mit den offen zutage tretenden Spuren der Pinselführung Transparenz und Durchlässigkeit. Die Bewegungen des Pinsels erinnern an die Vorgehensweise sowie das Formenrepertoire der Abstrakten Expressionisten und der Informellen, erhalten jedoch nicht so viel Ausdrucksintensität, als dass sie als Abbilder von Erregungen der Psyche verstanden werden könnten. Stattdessen bleibt die Assoziation an Gegenständliches, zum Beispiel an Fensterreihen, erhalten. Die Nähe zur Architektur prägt sein gesamtes Schaffen. Seit 1982 entstehen großformatige Fotografien von wichtigen kultur-historischen Bauwerken, die sich durch strenge Gliederung, einfache Linienführung, flächige Kompositionen und konstruktive Symmetrie auszeichnen. Sie stehen für Förgs Vorliebe für strenge Ästhetik und ruhige, unbewegte Kompositionen. Die Architektur wird auf ein fast abstraktes Niveau gehoben. Dieses Prinzip überträgt sich auch in seine Malerei. Das Fenster ist immer wieder Thema in seinen fotografischen Arbeiten. Es wird ausschnitthaft als Leinwandkomposition übertragen. Das Fensterkreuz wird schematisiert, wird zur Form, so dass es in der Bildkomposition zur Teilung der Flächen dient. Die Aufmersamkeit richtet sich allein auf die Essenz von Linie und Farbfläche und nimmt mit seiner energetisch rot leuchtenden Farbe den gesamten Raum ein. [SM]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsvergütung zu Günther Förg "Metro 5"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten, Folgerechtsvergütung fällt an.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

Berechnung bei Regelbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 25 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke lebender Künstler oder von Künstlern, die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.