Auktion: 525 / Evening Sale am 10.12.2021 in München Lot 224

 

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Yves Klein
Monochrome bleu sans titre, 1958/59.
Reines Pigment und Kunstharz auf Karton, partie...
Schätzpreis: € 100.000 - 150.000
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Monochrome bleu sans titre. 1958/59.
Reines Pigment und Kunstharz auf Karton, partiell auf Holz montiert.
Wember IKB 139. Verso mit dem Künstlerstempel. 16,5 x 42 cm (6,4 x 16,5 in). [CH].

• Seit Entstehung Teil einer deutschen Privatsammlung.
• Seltenes Querformat mit großer Anziehungskraft.
• Entsteht wohl nach der bahnbrechenden Ausstellung "Le Vide" (Die Leere) in der Galerie Iris Clert in Paris.
• Vergleichbare Werke aus den Jahren 1958/59 befinden sich unter anderem in der Londoner Tate Modern, in der Fondazione Prada in Mailand, im San Francisco Museum of Modern Art (SFMOMA), im Moderna Museet in Stockholm und im Sezon Museum of Modern Art in Karuizawa-machi/Japan
.

PROVENIENZ: Privatsammlung Nordrhein-Westfalen (direkt vom Künstler erhalten).

“At first there is nothing, then there is a profound nothingness, after that a blue profundity.”
Yves Klein, zit. nach: Alastair Sooke, Yves Klein. The man who invented a color, BBC Online, 28.8.2014.

Aufrufzeit: 10.12.2021 - ca. 18.18 h +/- 20 Min.

"Für mich besteht die Kunst des Malens darin, Freiheit zu schaffen. [..] Die Seele empfinden ohne zu erklären.. das ist es, was mich zur Monochromie geführt hat." (Yves Klein, zit. nach: Paul Wember, Yves Klein, Köln 1969, S. 11) Ähnlich wie Lucio Fontana und seinem "Manifesto Blanco" von 1946 geht es auch Klein statt um die Aussagekraft von Malerei oder ihre Fähigkeit des Geschichtenerzählens vielmehr um das Hervorrufen eines – eventuell auch spirituellen – Gefühls. Der Bildträger wird gänzlich entmaterialisiert, der Betrachter muss sich nicht mit einer Entzifferung befassen, sondern taucht ein in ein tiefes Blau, begibt sich in einen fast meditativen Zustand.

In Zusammenarbeit mit einem Wissenschaftler in Paris und sicherlich auch mit dem Wissen, das er während seiner Tätigkeit in einer Rahmenwerkstatt in London Ende der 1940er Jahre sammelt, entwickelt Klein eine besondere Materialzusammensetzung aus ultramarinblauem Pigment und einem Polyvinylacetat, welche den so schwer zu erhaltenden reinen Pigmentcharakter – die Körnigkeit und die perfekte, pudrige, matt-blaue und doch lebendig strukturierte Oberfläche des reinen Pigments – trotz der Fixierung auf den Bildträger erstaunlicherweise unverändert lässt. Mithilfe dieser eigens entwickelten, ausgeklügelten Technik gelingt es dem Künstler auch in den kleinformatigen "Momochromes bleus", wie der hier angebotenen Arbeit, Bilder von großer malerischer Sensibilität und spürbarer poetischer Energie zu schaffen. Das letztendliche entwickelte Mischverhältnis wird nicht veröffentlicht. Der Künstler meldet es 1960 als I.K.B. – International Klein Blue – zum Patent an.

Diese Arbeiten mit dem tiefen, heute berühmten Ultramarinblau zeigt Klein 1957 erstmals in der wichtigen Einzelausstellung "Proposte monochrome, epoca blu" (Monochromer Vorschlag, blaue Epoche) in der Mailänder Galleria Apollinaire. Schon damals montiert er die Bildträger auf kleine Holzleisten, um durch den Abstand zur Wand ein gewisses Gefühl von Räumlichkeit hervorzurufen. 1958 – zum Entstehungszeitpunkt der hier angebotenen Arbeit – zeigt die Pariser Galerie Iris Clert dann die bedeutende, richtungsweisende Einzelausstellung "Le Vide" (Die Leere), die einen weiteren Höhepunkt innerhalb seiner nur sieben Jahre andauernden künstlerischen Karriere zur Folge hat. Yves Klein gilt heute aufgrund seiner damals völlig neuartigen Farbexperimente und der Umdeutung des klassischen Malereibegriffs als einer der innovativsten Künstler des 20. Jahrhunderts. [CH]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Yves Klein "Monochrome bleu sans titre"
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Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

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Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

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Für Originalkunstwerke und Fotographien wird zur Abgeltung des gemäß §26 UrhG anfallenden Folgerechts eine Umlage i.H. von 2,4 % inklusive der gesetzlichen Umsatzsteuer erhoben.