Auktion: 518 / Kunst des 19. Jahrhunderts am 17.06.2021 in München Lot 28

 

28
Friedrich Adolph Arnold
Wiesenstück mit Sauerampfer, Um 1860.
Öl auf Leinwand, kaschiert auf Malpappe
Schätzung:
€ 1.000
Ergebnis:
€ 3.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Wiesenstück mit Sauerampfer. Um 1860.
Öl auf Leinwand, kaschiert auf Malpappe.
Rechts unten signiert. Verso mit Etikett der Kunsthandlung Wilhelm Mittenzwey, Leipzig, dort nummeriert. 25 x 35,5 cm (9,8 x 13,9 in).

PROVENIENZ: Kunsthandlung Wilhelm Mittenzwey, Leipzig (verso mit dem Etikett).

Mit außergewöhnlicher Präzision widmet sich Friedrich Adolph Arnold dem kleinen Wiesenstück, in dem der eigentlich so gewöhnliche, wildwachsende Sauerampfer zum bildwürdigen Studienobjekt erkoren wird. Ab 1853 studiert Arnold an der Dresdner Akademie, unter anderem als Schüler im Landschaftsatelier von Ludwig Richter, der ihn sehr schätzt und ihn mit den Vorarbeiten zu seinem Werk „Junilandschaft“ von 1859 betraut. Das präzise Sammeln von Zeichnungen und Studien und die so geartete Durchdringung der Natur, in Dresden zuvor auch unter Caspar David Friedrich von enormem Stellenwert, dient dabei als eine der Grundlagen der Landschaftsmalerei. Der genaue, nach unten auf die regionale Fauna gerichtete Blick des Malers macht so auch sichtbar, über was der Blick für gewöhnlich hinweggleitet oder aufgrund seiner Unscheinbarkeit aussortiert - einige Jahrhunderte zuvor hatte schon Albrecht Dürer in seinen Rasenstücken, darauf Löwenzahn und Wegerich, dies zum Thema gemacht. Die sich rotbraun-gelblich verfärbenden Blätter, teilweise schon von der Wärme des Sommers an den Rändern vertrocknet, mit purpurnen feinen Blattadern und zwischen zartem Hellgrün, gelbgrünen und mossigen Tönen changierend, fordern das ganze Können des Malers heraus. So zeigt sich in dem kleinen Format, wie große malerische Kraft selbst in den schlichtesten und gewöhnlichsten Dingen verborgen sein kann. [KT]



28
Friedrich Adolph Arnold
Wiesenstück mit Sauerampfer, Um 1860.
Öl auf Leinwand, kaschiert auf Malpappe
Schätzung:
€ 1.000
Ergebnis:
€ 3.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)