Auktion: 508 / Kunst des 19. Jahrhunderts am 12.12.2020 in München Lot 341

 
341
Alfred Bachmann
Sonnenstrahlen, 1925.
Pastell auf Leinwand, montiert auf Holz
Schätzpreis: € 1.000 - 1.500
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Objektbeschreibung
Sonnenstrahlen. 1925.
Pastell auf Leinwand, montiert auf Holz.
Rechts unten signiert und datiert. Verso mit der Adresse des Künstlers sowie betitelt, mit verschiedenen handschriftlichen Nummerierungen und altem Etikett. 50 x 51 cm (19,6 x 20 in).

PROVENIENZ: Ständige Kunst-Ausstellung der Münchner Künstler-Genossenschaft.
Privatsammlung Norddeutschland (1927 bei Vorgenanntem erworben. Mit Kaufquittung).
Privatsammlung Dänemark (durch Erbgang aus vorgenannter Sammlung erhalten).

AUSSTELLUNG: Ständige Kunst-Ausstellung der Münchner Künstler-Genossenschaft (verso mit dem Etikett).

Aufrufzeit: 12.12.2020 - ca. 16.11 h +/- 20 Min.

Essay
Vor allem die sanfte Weite und die Unberührtheit der norddeutschen Küste inspirieren Alf Bachmann, der an der Kunstakademie in Königsberg studiert und ab 1891 in München ansässig ist, zu seinen charakteristischen Landschaften in Pastell. Das kristalline Licht nördlicher Regionen führt ihn immer wieder auf lange Seereisen, unter anderem nach Patagonien und ins Eismeer, nach Spitzbergen und Island, zu den Färöern und immer wieder nach Schweden. In seinen Pastellen der Küstenlandschaft an der Nordsee drückt sich die Magie einer in sich selbst ruhenden Natur aus. In unserer menschenleeren, träumerischen Szenerie ist ein in der Ferne liegendes, ruhig dahinziehendes Segelschiff kurz davor, in den Sonnenfleck auf der spiegelglatten Wasserfläche einzutauchen. Der niedrige Horizont erlaubt eine eindrucksvolle Inszenierung der wechselvollen Stimmung und der unterschiedlichen Wolkenformationen; eine matte Sonne dringt durch die Wolkenbänder und vergoldet deren Ränder, in der dunstigen Atmosphäre materialisiert sich das Sonnenlicht in den auf die Wasseroberfläche dringenden Strahlen. Durch den fehlenden Betrachterstandpunkt unmittelbar ins Bild geworfen, wird ein Eintauchen in die Szenerie suggeriert, wodurch die Landschaft gleichsam in die Seele des Betrachters projiziert wird, vergleichbar in etwa mit Caspar David Friedrichs berühmtem „Mönch am Meer“. Die Wiedergabe einer innerlich empfundenen Seelenlandschaft bestimmt auch das kreative Schaffen Bachmanns, wie seine Frau Christa Bachmann in ihren Erinnerungen schreibt: "Meist ließen wir die Naturstimmungen wie in einem Film an uns vorüberziehen, um sie in unserem Gedächtnis festzuhalten. Später, manchmal Jahre danach, malte er seine Pastelle und Ölbilder. Es sind keine Abbildungen der Natur, sie wurden geschaffen aus den Erinnerungen des Empfundenen und immer wieder Erschautem, wozu ihm seine Zeichnungen und Skizzen nur als Anregung, als 'Stichworte', dienten. Wenn er fern des Meeres Maldrang hatte, und den hatte er fast immer, sah er sich diese durch und hing so ein manchmal winziges 'Stichwort' an die Staffelei vor seinem Maltisch. So schaffte er fast alle seine Werke." In seiner Monochromie bietet sich das Pastell als faszinierende Variation in Grau- und Silbertönen mit goldenen Akzenten dar und zeigt die technische Meisterhaftigkeit Bachmanns, diesem pudrigen Material seine samtig matte, weiche und immersive Oberflächenbeschaffenheit zu verleihen und ein Versinken in der Landschaft dadurch zu unterstreichen. [KT]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Alfred Bachmann "Sonnenstrahlen"
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