Auktion: 498 / Kunst des 19. Jahrhunderts am 18.07.2020 in München Lot 512

 
512
Albrecht Adam
An der Tränke, 1835.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 6.000 - 8.000
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Objektbeschreibung
An der Tränke. 1835.
Öl auf Leinwand.
Rechts unten signiert und datiert. Verso auf dem Keilrahmen mit verschiedenen handschriftlichen Nummerierungen und Bezeichnungen sowie Etikett. 47,5 x 63,5 cm (18,7 x 25 in).

Wir danken Frau Dr. Ulrike von Hase-Schmundt, München, für die freundliche Auskunft.

PROVENIENZ: Privatsammlung Süddeutschland.

AUSSTELLUNG: Akademieausstellung, Dresden 1835.
Kunstverein München 1844.

LITERATUR: Friedrich von Boetticher, Malerwerke des 19. Jahrhunderts, Dresden 1891-1901 (Nachdruck 1969), Bd. I.1, S. 15, Nr. 23.

Aufrufzeit: 18.07.2020 - ca. 17.12 h +/- 20 Min.

Essay
Albrecht Adam erlangte zunächst als Schlachtenmaler während der Napoleonischen Kriege künstlerische Bekanntheit, nachdem er sein zeichnerisches Talent im Marstall der Prinzen von Oettingen-Wallerstein entdeckt hatte. Zunächst für König Maximilian I. von Bayern tätig, begleitete er dessen Schwiegersohn und Stiefsohn Napoleons, Eugène de Beauharnais, Herzog von Leuchtenberg und Vizekönig von Italien, 1812 auf dem Russlandfeldzug der Grande Armée. Beauharnais hatte ihn beauftragt, Reiseskizzen anzufertigen und das Schlachtengetümmel festzuhalten, um diese Studien später in Gemälde und Grafiken zu überführen. Schließlich spezialisiert sich Adam dem Geschmack seiner aristokratischen Kundschaft entsprechend auf Porträts der Besitzer auf ihren Lieblingspferden, als auch auf Porträts der edlen Tiere allein. 1829 porträtiert er die Araberhengste des Königs von Württemberg in Stuttgart, 1833 arbeitet er mit seinen Söhnen Franz und Eugen beim Herzog Christian August von Schleswig-Holstein auf dessen Gestüt Gut Augustenburg auf Alsen, 1833 folgen die Araberhengste von Kronprinz Maximilian II. von Bayern, die dieser von seinem Griechenlandbesuch mitgebracht hatte, wo sein Bruder Otto 1832 zum König ernannt worden war. Von Gestüten in Nordafrika fanden diese Pferde den Weg über Griechenland nach Bayern - so kaufte sich auch Adam 1835 den arabischen Schimmel „Rhezia“. Auf seinem Anwesen, der sogenannten „Adamei“ in der heutigen Schillerstraße in München hatte er seit 1824 ein ebenerdiges Atelier eingerichtet, in das die Pferde geführt werden konnten, und wo ihm sowohl die Tiere als auch ihre Reiter teilweise bis zu einer Stunde stillsitzen mussten. Dabei kam es bei der Darstellung der Pferde auf die genaue Wiedergabe der Anatomie an, um der Rasse und der Vorzüge des Pferdes gerecht zu werden. Trotz der genrehaften ländlichen Szene wird auch in unserem Gemälde im Glanz des Fells und der Augen sowie in der feinmalerischen Akribie der Mähne deutlich, welch großen Wert Adam auf eine genaue Wiedergabe der Tiere legt. Weniger auf Repräsentation als auf eine gelockerte Atmosphäre ausgerichtet, stellt Adam hier in der Berührung zwischen dem jungen Fohlen und dem blonden jungen Mann eine Natürlichkeit her, die das harmonische Zusammenleben von Mensch und Tier auf dem Land hervorhebt. Adam und seine zahlreichen Söhne porträtierten sich oftmals gegenseitig im Atelier und mit ihren Pferden, weshalb die Vermutung naheliegt, dass ihm hier einer seiner Söhne, viele davon ebenfalls Tiermaler, als auch sein eigener Schimmel Modell gestanden haben könnten. [KT]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Albrecht Adam "An der Tränke"
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