Auktion: 496 / Evening Sale am 06.12.2019 in München Lot 157

 
157
Emil Nolde
Blumenstück, Nach 1950.
Aquarell
Schätzpreis: € 70.000 - 90.000
+
Objektbeschreibung
Blumenstück. Nach 1950.
Aquarell.
Links unten signiert. Auf feinem Japanbütten. 32,3 x 47,1 cm (12,7 x 18,5 in) , blattgroß.

- Großes Aquarell mit intensiv leuchtenden Solitärfarben.
- Aus den letzten Schaffensjahren des Künstlers nach 1950
.
Mit einer Fotoexpertise von Dr. Manfred Reuther vom 25. Februar 2003, damals Direktor der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde.

PROVENIENZ: Sammlung von Finck, München.
Privatsammlung Süddeutschland.
Privatsammlung Deutschland (2003 vom Vorgenannten erworben).

LITERATUR: Ketterer Kunst, München, 280. Auktion, Kunst des 20. Jahrhunderts und Münchner Schule, 6.6.2003, Lot 82.

Aufrufzeit: 06.12.2019 - ca. 18.43 h +/- 20 Min.

Essay
Im Herbst des Jahres 1951 muss Emil Nolde die Ölmalerei aufgrund der gesundheitlichen Folgen eines Sturzes aufgeben. Der ohnehin leidenschaftliche Aquarellist widmet sich fortan ausschließlich seiner Nass-in-Nass-Technik und findet in seinem aufwendig geplanten und bepflanzten Garten in Seebüll eine immer wieder fruchtbare Inspirationsquelle für manchmal exotische, meist farbintensive Blumenbilder. Bereits in seiner Kindheit verbringt er gerne Zeit im elterlichen Garten und legt später selbst mehrere Gärten an, sowohl vor seiner Fischerkate auf der Ostseeinsel und am Warfthang vor seinem Bauernhaus in Utenwarf am Ruttebüller Tief als auch an seinem Wohn- und Atelierhaus in Seebüll. Vor seinem 1929 von Mies van der Rohe entworfenen Künstlerhaus in Berlin ist ebenfalls ein Garten vorgesehen, leider kommt das Bauprojekt nie zur Verwirklichung, sodass auch der Garten nur in der Fantasie des Künstlers existieren kann. So handelt es sich bereits bei Noldes frühesten Werken zu Beginn seiner künstlerischen Karriere um 1906 um Gartenansichten und Blumenstillleben. In seinen Erinnerungen schreibt Nolde über diese Zeit: "Es war auf Alsen mitten im Sommer. Die Farben der Blumen zogen mich unwiderstehlich an, und fast plötzlich war ich beim Malen. Es entstanden meine ersten kleinen Gartenbilder. Die blühenden Farben der Blumen und die Reinheit dieser Farben, ich liebte sie" (Jahre der Kämpfe. 1902-1914, Köln 2002, Bd. II, S. 100). Im Spätwerk Noldes nach 1950 verschwimmen die Grenzen zwischen reiner Farbe und Darstellung der Form, der Duktus wird flächiger, die Konturen weicher. Die hier zur Darstellung gebrachten Gerbera und Ringelblumen in ihren fröhlichen, spätsommerlichen Farben zeugen von Noldes ungebrochener schöpferischer Freude und sind gleichzeitig Beweis für seine meisterhafte Beherrschung des von ihm so geschätzten Nass-in-Nass-Aquarellierens. [CH]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Emil Nolde "Blumenstück"
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