Auktion: 496 / Evening Sale am 06.12.2019 in München Lot 119001879

 
119001879
Tony Cragg
Runner, 2013.
Edelstahl
Schätzpreis: € 200.000 - 300.000
+
Objektbeschreibung
Runner. 2013.
Edelstahl.
Unten seitlich mit dem Namenszug des Künstlers sowie der Datierung und dem Gießerstempel der Kunstgießerei Kayser, Düsseldorf. Unikat. 153 x 115 x 67 cm (60,2 x 45,2 x 26,3 in).
Einige monumentale Skulpturen des Künstlers, darunter auch eine der monumentalen Edelstahl-Skulpturen, sind dieses Jahr bis zum 13. Oktober im Giardino di Boboli in Florenz zu sehen. [CH].
- Unikat.
- Allansichtig spektakulär.
- Hochglanzpolierter Edelstahl mit eindrucksvoller Materialästhetik
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PROVENIENZ: Privatsammlung Berlin.

Essay
Tony Cragg gilt als einer der bedeutendsten internationalen Bildhauer der Gegenwart. Bereits in den 1980er Jahren findet er zu einem ganz eigenen, eher traditionellen künstlerischen Ansatz, mit dem es ihm gelingt, sich von der damals vorherrschenden Minimal Art und Konzeptkunst abzuwenden. Bald wird Cragg damit als einer der wichtigsten Vertreter der "New British Sculpture" gefeiert. Im Laufe seiner Karriere verwendet der Künstler für seine Skulpturen eine Vielzahl unterschiedlicher Materialien, darunter Kunststoff, Fiberglas, Gips, Kevlar, Holz, Bronze und auch Edelstahl. Seine intensive Auseinandersetzung mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen, mit denen er bereits vor seinem Kunststudium als Chemie-Labortechniker in Berührung kommt, ist seinen Arbeiten deutlich anzumerken. So erinnern die Skulpturen oftmals an organische Strukturen oder Mikroorganismen und spielen mit den Gesetzen von Geometrie, Symmetrie und Physik, da sie trotz ihrer beeindruckenden physischen Präsenz nicht nur eine gewisse Leichtigkeit vermitteln, sondern als völlig statische Gebilde oftmals einen überraschenden Bewegungsmoment evozieren. Dies gelingt dem Künstler bereits bei seiner Skulpturengruppe der "Rational Beings" der 1990er Jahre, in denen er sich im weitesten Sinne mit der Form der menschlichen Wirbelsäule auseinandersetzt. Deren Weiterentwicklung führt den Künstler in den 2000er Jahren zu den irrationaleren, extremer geformten "Dancing Columns", die den Betrachter - wie auch die hier angebotene, spätere Arbeit "Runner" von 2013 - aufgrund ihres transitorischen, momenthaften Charakters beeindrucken. "Runner", so Cragg, "vermittelt mir das Gefühl, das man in dem Moment hat, in dem man denkt, man weiß wo es langgeht, aber dabei erahnt, möglicherweise in die falsche Richtung zu laufen. Dies bezieht sich häufig nicht nur auf die kleinen persönlichen Dinge, sondern oft auch auf die großen Bewegungen und Tendenzen, die man allgemein um sich spürt." (zit. nach: www.salzburgfoundation.at/kunstprojekt-krauthuegel-anthony-cragg-drei- neue-aussenskulpturen/) Auch in dem hier angebotenen Werk gelingt es Cragg erneut, mit einer Fülle an Rundungen, Ausbuchtungen und Wölbungen im Zusammenspiel mit den auf der hochglanzpolierten Oberfläche entstehenden Spiegelungen eine scheinbare Bewegung zu erzeugen, ein Wabern, sowie eine gleichzeitige spannungsreiche Wandelbarkeit des gesamten Objekts. Cragg realisiert das Unmögliche: die Auflösung von skulpturaler Statik. Die dreidimensional angelegte Skulptur überzeugt aus jeder Perspektive mit einer neuen, abwechslungsreichen Ansicht und einem immer neuen Aspekt der von Cragg erdachten Formation. Harmonisch ungleichmäßig zeigt sich der Künstler als Meister der künstlerischen Verschmelzung von Form und Material. Mit großer dynamischer Eleganz und ästhetischer Vollendung bringt Cragg das hier verwendete Material, den wie flüssiges Silber glänzenden Edelstahl in eine Form, die dessen Qualitäten zelebriert und dem fantasievollen Betrachter eine unendliche Anzahl verschiedener Assoziationsmöglichkeiten eröffnet. [CH/MvL]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Tony Cragg "Runner"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlag bis einschließlich € 500.000: 32 % Aufgeld
Zuschläge über € 500.000: Teilbeträge bis einschließlich € 500.000 32 %, Teilbeträge über € 500.000 27 % Aufgeld
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

Berechnung bei Regelbesteuerung:
Zuschlag bis einschließlich € 500.000: 25 % Aufgeld zuzügl. der gesetzlichen Umsatzsteuer
Zuschläge über € 500.000: Teilbeträge bis einschließlich € 500.000 25%, Teilbeträge über € 500.000 20% Aufgeld, jeweils zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer

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Berechnung bei Folgerechtsabgabe:
Bei Objekten, deren Künstler nicht bereits vor mindestens 70 Jahren verstorben ist, fällt eine Folgerechtsumlage i.H. von 1,5% zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer an.