Auktion: 496 / Evening Sale am 06.12.2019 in München Lot 119001766

 
119001766
Emil Nolde
Frauenporträt, Um 1925.
Aquarell
Schätzpreis: € 60.000 - 80.000
+
Objektbeschreibung
Frauenporträt. Um 1925.
Aquarell und Tusche.
Rechts unten signiert. Auf feinem Japanbütten. 47 x 34,5 cm (18,5 x 13,5 in) , blattgroß.

- Eines der wenigen Frauenporträts des großen Aquarellisten.
- Besonders feine und reizvolle Charakterdarstellung
.
Mit einer Fotoexpertise von Prof. Dr. Manfred Reuther, Klockries, vom 6. September 2019. Das Aquarell ist unter der Nummer "Nolde A - 141/ 2019" im Archiv Reuther gelistet.

PROVENIENZ: Sammlung Nolde Stiftung, Seebüll (verso mit dem Sammlungsstempel).
Sammlung Prof. Dr. Joachim Zahn, München.
Privatsammlung Süddeutschland (2002 durch Erbschaft vom Vorgenannten erhalten).

Essay
Innerhalb von Noldes beeindruckendem Œuvre spielen die wahrlich meisterlich gefertigten Aquarelle eine besonders wichtige Rolle. 1909 findet der Künstler durch einige Porträtstudien erstmals zur Aquarellmalerei, der er zeitlebens treu verbunden bleiben wird. Nolde macht sich die Technik des Nass-in-nass-Aquarellierens völlig zu eigen und schafft so, mit einem neuartigen, überaus persönlichen, gar eigenwilligen Gestalten eine Vielzahl an zeitlosen, beeindruckenden und farblich aufregenden Kompositionen. Neben Blumen- und Landschaftsdarstellungen widmet sich Emil Nolde immer wieder konkreten Porträts wie auch frei erfundenen Bildnissen männlicher und weiblicher Personen. Die hier angebotene Arbeit besticht unter anderem durch ihre starken Farbkontraste. Sowohl das Hell-Dunkel von Gesicht und imaginär-undefiniertem Hintergrund sowie der sorgsam gesetzte Komplementärkontrast der grünen Bluse und des sinnlich geschwungenen roten Mundes erhöhen die optische Präsenz dieses einnehmenden, feinen, wenngleich anonymen Porträts. In der Betrachtung der leicht geröteten Wangen, der tiefschwarz glänzenden Augen, einer keck geschwungenen Augenbraue und des still zur Seite abgewandten Blickes meint der Betrachter die innere Gefühlswelt einer ihm völlig Unbekannten zu erfahren. Nolde gelingt in diesem selten sinnlichen Porträt voller Melancholie und stiller In-Sich-Gekehrtheit die kunstvolle und hochgradig ästhetische Visualisierung eines menschlichen Gemütszustands. [CH]
 


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