Auktion: 496 / Evening Sale am 06.12.2019 in München Lot 119001657

 
119001657
Emil Nolde
Gelbe Blüten (Rudbeckia), 1930/ 1935.
Aquarell
Schätzpreis: € 80.000 - 120.000
+
Objektbeschreibung
Gelbe Blüten (Rudbeckia). 1930/ 1935.
Aquarell.
Rechts unten signiert. Auf Japan. 35 x 46,5 cm (13,7 x 18,3 in) , blattgroß.

- Gefragtes Blumenaquarell des großen deutschen Expressionisten
- Seltenes auf zwei Farben reduziertes Blatt
.
Mit einer Fotoexpertise von Prof. Martin Urban, ehemaliger Direktor der Ada und Emil Nolde Stiftung Seebüll, vom 27. November 1986 (in Kopie).

PROVENIENZ: Privatsammlung
Galerie Neher, (1987)
Privatsammlung Norddeutschland (seit 1987, direkt vom Vorgenannten erworben).

In der kühlen Zone unsrer nordischen Länder, wo die sattgrünen Wiesen sind, wo in feuchten Septembertagen die Blumen so wundervoll leuchten, und wir die langen, in Glut glühenden Morgen- und Abendhimmel haben da ist es vollfarbiger als unter der bleichen, brennenden Äquatorsonne. Wir nordisch geborenen Menschen lieben Wärme und Farben.
Emil Nolde, zit nach: Emil Nolde, Welt und Heimat, S. 146

Essay
1926 wird Seebüll erstmals in einem Brief von Ada Nolde erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt leben sie und ihr Mann noch in Utenwarf in einem bäuerlichen Haus umgeben von einem üppig blühenden Garten mitten in den Weiten der nordschleswigschen Marschlandschaft. Das Ehepaar liebt die Abgeschiedenheit ihres Gehöfts, durch Baumaßnahmen sehen sie ihr Idyll bedroht und schauen sich nach einem neuen Heim um. Ada schreibt 1926: „Wir haben einen wundervollen Platz gefunden. Aber es ist kein ordentlicher Weg dahin, die auf ihren Höfen wohnenden Menschen können den ganzen Winter nicht vom Hause fortkommen..Es müßen Schlacken angefahren werden; denn ohne Weg können wir nicht sein! - Der neue Platz ist schöner noch als Utenwarf, die Warft höher als alle ringsum, aber noch ganz ohne Bäume! - Der Name ist Seebüll.“ Im darauf folgenden Jahr ziehen Noldes nach Seebüll, zunächst wohnen sie im zugehörigen Bauernhof. Bis 1937 entsteht ein moderner Klinkerbau auf dem Grundstück, den Nolde selbst entworfen hat und an die Bauhaus-Architektur der 1920er Jahre erinnert. Ein spannungsvoller Kontrast zu den reetgedeckten historischen Bauernhäuser, die die nordische Landschaft prägen. Schweren Herzens verlassen Ada und Emil Nolde Utenwarf und besonders den dortigen Garten, den wir aus früheren Gemälden von Nolde kennen. So ist es nicht verwunderlich, das Emil Nolde der Gestaltung des Gartens in seinem neuen Heim besondere Aufmerksamkeit schenkt. Aus einem Grasfeld soll ein üppiger Blumengarten entstehen. Erste Entwürfe werden von Nolde verworfen bis er aus den Buchstaben A und E den Grundriss des Gartens gestaltet, verbunden durch ein kleines Wasserspiel. Dieser Garten wird ein unerschöpfliches Quell der Inspiration, wo eine Vielzahl der Blumenaquarelle entsteht, die ewiglich mit dem Namen Emil Nolde verbunden sind. In Noldes Blumenstillleben der 1930er Jahre wird das Charakteristikum seiner Aquarelle auf das Beste veranschaulicht: Eine dem Gegenstand gegenüber verpflichtete bildnerische Freiheit. Der Gegenstand ist immer die unverrückbare Grundlage der Gestaltung, wird aber nicht direkt abgebildet. Das Motiv ist auf Andeutungen beschränkt, die Form bleibt unpräzise, die Farbe wird in großer Freiheit zum realen Gegenstand eingesetzt. Sie breitet sich über die motivischen Grenzen des Gegenstands hinweg aus, überlagert und durchdringt sich. Die Besonderheit des Blumenaquarells „ Gelbe Blüten (Rudbeckia) “ liegt in der Motivik. Eher selten setzt Nolde nur eine Blumensorte in einer Farbe in Szene. Dies tut er mit gewohnter Virtuosität. Allein durch den Einsatz von mehr oder weniger verdünnter Farbe, die er mit mehr oder weniger Druck, locker schwingend aufbringt, bannt er die Zartheit der Blütenblätter aufs Papier. Das Blatt besticht durch seine lichte Leichtigkeit, die von einem strahlend hellen Spätsommertag erzählt. [SM]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Emil Nolde "Gelbe Blüten (Rudbeckia)"
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