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Auktion: 489 / Evening Sale am 07.06.2019 in München Lot 177

 
Objektbeschreibung
Portrait Karl-Heinz Hering. 1968.
Öl auf Leinwand.
Elger 197-6. Verso signiert und datiert. Auf dem Keilrahmen betitelt. 86,5 x 67 cm (34 x 26,3 in).

- Aus der gesuchten frühen Werkphase der schwarzweißen Fotobilder.
- Stephan Gronert bezeichnet das Porträt als das malerisch sicherlich interessanteste Bild der frühen Bildnisse.
- Auf dem Kunstmarkt von allergrößter Seltenheit
.

PROVENIENZ: Sammlung Karl-Heinz Hering, Düsseldorf.
Friedrich Petzel Gallery, New York.
Privatsammlung Europa (seit 2010, direkt vom Vorgenannten).

AUSSTELLUNG: Gerhard Richter, K20 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, 12.2.-16.5.2005; Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, 4.6.-21.8.2005.
Prima Facie. Works from the Igal Ahouvi Art Collection, The Genia Schreiber University Art Gallery, Tel Aviv, Israel, 27.12.2015-1.4.2016.

LITERATUR: Armin Zweite, Sehen, Reflektieren, Erscheinen. Anmerkungen zum Werk von Gerhard Richter, in: Gerhard Richter, K20 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf 2005, S. 14 (mit Abb. S. 135).
Helga Meister, Vom Narrendekorateur über den heimlichen Fotografen zum Star (Ausst.-Kritik: K20 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf), in: Westdeutsche Zeitung, 20.2.2005, S. 21 (mit Abb.).
Stefan Gronert, Das Portrait des Abbilds, in: Gerhard Richter. Porträts, Museumsberg Flensburg, 2006, S. 94-95 (mit Abb. S. 27).
Moderne und Zeitgenössische Kunst (Auktionskatalog), Sturies Kunst & Auktionen, Düsseldorf, Auktion 6.5.2006, Lot 149, S. 63-65 (mit Abb. XVII).
"Das Foto ist das perfekteste Bild; es ändert sich nicht, es ist absolut, also unabhängig, unbedingt, ohne Stil. Es ist mir deshalb in der Weise, wie es berichtet und was es berichtet Vorbild."
Gerhard Richter, zit. nach: Gerhard Richter, Text, Köln 2008, S. 30.

Essay
Bei dem Dargestellten handelt es sich um Karl-Heinz Hering (1928-2015). Er ist zwischen 1955 und 1986 der Direktor des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf und zeigt dort 1971 eine große Einzelausstellung mit Werken von Gerhard Richter. Hering ist mitverantwortlich für die erste umfassende Retrospektive im Jahr 1986, die in Kooperation mit der Kunsthalle Düsseldorf organisiert und nach Düsseldorf auch in Berlin, Bern und Wien gezeigt wird. Richters schwarz-weißes Frühwerk der 1960er Jahre, das neben den ab 1976 einsetzenden "Abstrakten Bildern" unsere heutige Vorstellung von Gerhard Richters malerischem Werk wesentlich prägt, basiert auf fotografischen Vorlagen. Familienfotos, Abbildungen aus der Werbung sowie verschiedenen anderen Printmedien sind die Basis für Richters Porträts, Alpen- und Städtebilder dieser Jahre. Die scheinbar banalen Fotos seiner Umwelt werden Grundlage seiner einzigartigen Bildsprache der frühen Schaffensperiode. Das Werk „Portrait Karl-Heinz Hering“ entsteht wohl nicht als Auftragsarbeit, sondern aus freien Stücken aus einer langen Verbundenheit zwischen dem Künstler und Hering heraus. Im Aufbau der Komposition - der stark gedrehte Oberkörper, der leicht geneigte Kopf und das große Lächeln - ist die typische Bildsprache der Porträtaufnahmen beim Fotografen um die Ecke zu erkennen. Für Richter sind solche Vorlagen die perfekte Grundlage für seine Werke: „Ein Foto, sofern es nicht von einem Kunstfotografen gestaltet ist, ist einfach das beste Bild, das ich mir denken kann.“ (zit. nach: Armin Zweite, Sehen, Reflektieren, Erscheinen. Anmerkungen zum Werk von Gerhard Richter, in: Gerhard Richter, K20 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf 2005, S. 14) Er malt die Fotos einfach ab und bemüht sich, so nah wie möglich an der Vorlage zu bleiben. Hier zeigt sich im ersten Schritt seine große malerische Fähigkeit, das Motiv in nahezu fotorealistischer Manier auf die Leinwand zu bringen. Durch den Einsatz verschiedener Arten von Pinseln - solchen, mit denen er die Farbe pastos auftragen kann, und äußerst feinen, mit denen er die für sein Frühwerk typischen, auf Schwarz, Weiß und Grautöne reduzierten Farbwerte weich ineinanderzieht - schafft Richter feinste Übergänge und eine technisch perfektionierte, vollkommen homogene Bildoberfläche. Im zweiten Schritt wird das Motiv im Nachgang weich vermalt und Richter erreicht damit die malerische Unschärfe, die für diese Werkphase charakteristisch ist. Der besondere künstlerische Twist des Porträts von Karl-Heinz Hering ist, dass Richter durch das unregelmäßige Ausblenden der Motivkanten dem Gemälde etwas Unfertiges gibt. Dieses künstlerische Mittel steht in spannungsreichem Kontrast zu der sonst malerisch perfekten Ausführung des Porträts und zeigt einmal mehr Gerhard Richters künstlerische Raffinesse. [SM]
177
Gerhard Richter
Portrait Karl-Heinz Hering, 1968.
Öl auf Leinwand
Nachverkaufspreis: € 310.000
+
 


Weitere Abbildungen
Gerhard Richter - Portrait Karl-Heinz Hering - Rahmenbild
Rahmenbild
 
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