Auktion: 496 / Evening Sale am 06.12.2019 in München Lot 119001330

 
119001330
Yves Klein
Untitled Blue Plate (IKB 161), 1958.
Stein
Schätzpreis: € 180.000 - 240.000
+
Objektbeschreibung
Untitled Blue Plate (IKB 161). 1958.
Stein gut.
Verso signiert und datiert. Durchmesser: 24 cm (9,4 in).
Nachträglich auf Holzplatte montiert. [CE].
Erstmals auf dem Auktionsmarkt angeboten.
Aus einer bedeutenden Sammlung.
Entwickelt aus der Auseinandersetzung mit kinetischen Objekten gemeinsam mit Jean Tinguerly.
Mit facettenreichen Farbspiel
.

PROVENIENZ: Privatsammlung Nordrhein-Westfalen (als Geschenk direkt vom Künstler erhalten).

LITERATUR: Anita Ruhnau, Die Theaterbauhütte in Gelsenkirchen, Bielefeld 2016, S. 28.
Paul Wember, Yves Klein, Köln 1969, IKB 161, S. 75.

Essay
Ende der 1950er Jahre befindet sich Yves Klein auf dem Höhepunkt seiner künstlerischen Entwicklung. Mit seinem kurz zuvor entwickelten Markenzeichen I.K.B. - International Klein Blue – gestaltet er kleine aber auch großformatige Arbeiten bis hin zu ganzen architektonischen Ausstattungskonzepten, wie etwa in Zusammenarbeit mit Werner Ruhnau am Gelsenkirchener Musiktheater. Dabei verwendet er unterschiedlichste Materialien um mit der Wirkung seines Blaues zu experimentieren – ob nun auf herkömmlichen Trägern wie der Leinwand, oder aber mit Schwämmen oder in diesem Fall Steingut. Die Auseinandersetzung mit dem Thema der Immaterialität, eine Offenbarung zeitloser Gegenwart – einer andauernden Anwesenheit von Gegenwart -, eines Raumes absoluter Freiheit in Notwendigkeit und Schönheit gegenwärtiger Kunst, schwingt jedoch immer mit. Gemeinsam mit Jean Tinguely schafft er eine Serie von Skulpturen, in denen sie Kinetik und Monochromie, in Form von blauen, rotierenden, flachen Scheiben, kombinieren. An der Wand befestigt muten diese wie ein im Raum schwebendes planetarisches Objekt an. Die Scheiben besitzen Durchmesser zwischen 9 und 50 cm und werden mittels eines Motors in einer Geschwindigkeit von 450 bis 10.000 Umdrehungen pro Minute bewegt. Trotz aller Monochromie ergibt sich ein Farbenspiel mit verschiedensten Schattierungen. Diese unterschiedlichen Variationen des Kolorits entstehen bei dem hier angebotenen Werk durch die gewölbte Oberfläche und den Auftrag einer zusätzlichen Lasur. Je nachdem wie das Licht auf das Objekt fällt schimmern die Blautöne heller und dunkler. In der Kreisform findet sich darüber hinaus eine zusätzliche Bedeutung für den Künstler, wie er in seinem Text „La terre est plate et carré“ erklärt: „Wenn die Erde wirklich, wie allgemein angenommen, eine stabile rotierende Sphäre wäre, so behauptete er, würde alles, was sich auf ihrer Oberfläche befindet, in den Raum geschleudert. Daher sollte man sich die Erde besser als eine flache Münze vorstellen, die sich um ihre eigene Achse dreht, wobei ihr dünner Rand die irdische Oberfläche darstellt. In Anlehnung an dieses Schema wird durch die Geschwindigkeit der Rotation der Eindruck einer gewölbten Oberfläche vermittelt; die wirkliche Oberfläche erscheint greifbar und fähig, Dinge durch die Anziehungskraft festzuhalten; die flache Erde bildet in ihrem Inneren eine Leere. Damit befand sich die Leere innen, außen, in der Mitte und um die gesamte Erde herum.“ (Sidra Stich, Yves Klein, Ostfildern 1994, S. 150) In der jüngst stattfindenden Yves Klein Ausstellung im Blenheim Palace wurden weitere Teller des Künstlers ausgestellt, allesamt entstanden zwischen 1957 und 1959. Inmitten dieser stellt unsere Keramikarbeit insofern eine Besonderheit dar, als dass es sich um ein persönliches Gastgeschenk handelt. [CE]
 


Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Yves Klein "Untitled Blue Plate (IKB 161)"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlag bis einschließlich € 500.000: 32 % Aufgeld
Zuschläge über € 500.000: Teilbeträge bis einschließlich € 500.000 32 %, Teilbeträge über € 500.000 27 % Aufgeld
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

Berechnung bei Regelbesteuerung:
Zuschlag bis einschließlich € 500.000: 25 % Aufgeld zuzügl. der gesetzlichen Umsatzsteuer
Zuschläge über € 500.000: Teilbeträge bis einschließlich € 500.000 25%, Teilbeträge über € 500.000 20% Aufgeld, jeweils zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung bei Folgerechtsabgabe:
Bei Objekten, deren Künstler nicht bereits vor mindestens 70 Jahren verstorben ist, fällt eine Folgerechtsumlage i.H. von 1,5% zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer an.