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Auktion: 484 / Kunst des 19. Jahrhunderts am 24.05.2019 in München Lot 34

 
Objektbeschreibung
L’Escaut près d’Anvers. 1869.
Öl auf Leinwand.
Stein 583. Links unten signiert und datiert "7.69.". 50,4 x 81 cm (19,8 x 31,8 in).

PROVENIENZ: Versteigerung von Werken aus der Sammlung Louis Sarlin, Paris, Galerie Georges Petit, Paris, Auktion 2.3.1918, Los 55 (m. Abb.).
Galerie Hector Brame, Paris (1924).
Galerie E. J. van Wesselingh & Co, Amsterdam.
Sammlung Gleeson, Ottawa (1928).
Privatbesitz.
Galerie Koller AG, Zürich.
Privatsammlung Niedersachsen (beim Vorgenannten erworben, Rechnung vom 11. November 1981 in Kopie vorliegend).
Privatsammlung Niedersachsen (2003 vom Vorgenannten als Geschenk erhalten).

LITERATUR: M. F. Hennus, J. B. Jongkind, Amsterdam 1945, S. 41.

Essay
Der Holländer Johan Barthold Jongkind gilt als "Erneuerer der modernen Landschaft zwischen Corot und Monet" (Paul Signac: Jongkind, Paris 1927). Jongkinds künstlerischer Werdegang beginnt 1837 an der Zeichenakademie in Den Haag, wo er bei Andreas Schelfhout studiert. Jongkinds frühe Werke sind in Gegenstand - die Bilder zeigen Kanäle, Mühlen und Küstenabschnitte - und Komposition noch deutlich an der traditionellen holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts orientiert. Die Lichtbehandlung und das rege Interesse an der atmosphärischen Schilderung verraten jedoch schon früh seine künstlerisch moderne Gesinnung. 1845 lädt ihn der französische Maler Eugène Isabey in sein Pariser Atelier ein. Jongkind folgt dem Ruf und wird bereits im darauffolgenden Jahr dessen Schüler. In Paris zählt er namhafte Künstler wie Daubigny, Baudelaire, Rousseau und Corot zu seinen Bekannten. Es entstehen Ansichten der Seine und des Notre-Dame-Viertels, mit denen Jongkind einige Erfolge feiert. Ab 1848 stellt er regelmäßig im Pariser Salon aus. Durch Alkoholsucht und Depression, fehlgeschlagene Ausstellungen und das Entfallen seines Stipendiums folgen durch Schulden geprägte Zeiten, die Jongkind schließlich zur Rückkehr ins heimische Holland zwingen. Jedoch bleiben wichtige Kontakte nach Paris bestehen, die letztlich auch zu Jongkinds Rehabilitation führen. In einer Art Benefizauktion spenden 23 befreundete Künstler, darunter Corot, Daubigny und Diaz, Bilder zur Tilgung der Schulden Jongkinds.
1860 kehrt Jongkind zurück nach Paris, wo eine neue Schaffensphase beginnt. Weitestgehend befreit vom Einfluss der alten Meister, findet er seinen ureigenen Stil. Die nun entstehenden Bilder zeichnen sich durch einen kurzen, spontan wirkenden Pinselstrich aus, der zu einer besonders lebendigen Bildwirkung führt und Jongkind den Ruf als ein Wegbereiter des Impressionismus einbringt. 1862 geht Jongkind in die Normandie, wo er auf dem Bauernhof und Künstlertreff Saint-Siméon die Bekanntschaft von Boudin, Monet und Bazille macht. In der direkten Naturbeobachtung und lockeren Darstellungsweise von Licht, Wasser und Luft ist Jongkind den jüngeren Künstlern ein Vorbild. In der freien Natur entstehen vor allem Aquarelle, Ölgemälde führt der Künstler jedoch nach wie vor im Atelier aus. So finden sich bis ins späte Schaffen hinein auch holländische Ansichten, die basierend auf alten Studien und aus dem Gedächtnis des Künstlers entstehen. Zuletzt weilt dieser 1869 in seiner Heimat, dem Entstehungsjahr unseres Werks mit einer Ansicht des Hafens von Antwerpen.
Die letzten zwanzig Lebensjahre verbringt Jongkind in Nivernais und Dauphiné. Er reist nach Belgien, Südfrankreich und in die Schweiz, wo mehrere, vor allem in Aquarell ausgeführte Werke entstehen. Technisch wird Jongkind hier experimenteller, arbeitet mit dem Papierton und höht die Aquarellfarbe gerne auch mit Gouache.
Am 9. Februar 1891 stirbt Jongkind in La Côte-Saint-André im Departement Isère. [FS]
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Johan Barthold Jongkind
L’Escaut près d’Anvers, 1869.
Öl auf Leinwand
Nachverkaufspreis: € 18.000
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Weitere Abbildungen
Johan Barthold Jongkind - L’Escaut près d’Anvers - Rahmenbild
Rahmenbild
 
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