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Auktion: 489 / Kunst des 20./21. JH I am 07.06.2019 in München Lot 119000781

 
Objektbeschreibung
Baum. 1988.
Nägel, Farbe und Asche-Leim-Gemisch auf Holzstamm.
Auf der Standfläche signiert und datiert. Höhe: 111 cm (43,7 in). Durchmesser: 84 cm ( 33 in).

- Von allergrößter Seltenheit
- In Proportion und Größe der schönste Nagelbaum auf dem internationalen Markt
.
Dieses Werk ist im Uecker Archiv registriert unter der Nummer GU.88.047 und wird vorgemerkt für die Aufnahme in das entstehende Uecker Werkverzeichnis.

PROVENIENZ: Galerie Walter Storms, München.
Privatsammlung Süddeutschland (seit 1989, beim Vorgenannten erworben).

AUSSTELLUNG: Günther Uecker. Die 80er Jahre, Kunsthalle Göppingen, ehem. Städtische Galerie Göppingen, 18.1.-26.2.1989.
Ursprung und Moderne, Neue Galerie der Stadt Linz, 6.5.-29.7.1990, Kat. S. 65.
Uecker in Wien, Museum moderne Kunst Stiftung Ludwig Wien, Palais Liechtenstein und Museum des 20. Jahrhunderts, 10.7.-20.9.1992, Kat. S. 53.

"Die Kunst kann den Menschen nicht retten, aber mit den Mitteln der Kunst wird ein Dialog möglich, welcher zu einem den Menschen bewahrenden Handeln aufruft."
Günther Uecker, 1983, zit. nach: Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst, S. 2.

Essay
Günther Uecker ist in der allgemeinen Wahrnehmung fest mit "ZERO" und seinen Nagelbildern verbunden. Diese bringen ihn an die Spitze der deutschen Nachkriegskunst und auch international zum Durchbruch. Doch sein künstlerisches Schaffen ist viel facettenreicher. Uecker ist ein steter Kommentator der Probleme der Welt und ein unbeirrter Kämpfer für Verständnis und Wandel. Mit Offenheit begegnet er dem, was ihn befremdet, und antwortet darauf in seiner eigenen künstlerischen Sprache. Seit den 1970er Jahren thematisiert Uecker in seinem Werk die Zerstörung und Vernichtung der Natur durch den Menschen. Arbeiten wie "Kunstpranger" von 1984, bei der eine alte, gefällte Ulme mit 130 Kilogramm Nägeln bespickt wird, demonstrieren offensiv gegen das Waldsterben. Dieser Arbeit schließen sich später mehrteilige und kleinere Nagelwälder an. Zu dieser Werkgruppe gehört auch die hier angebotene Skulptur aus einem teilweise mit Asche und Leim bedeckten sowie mit langen Zimmermannsnägeln bekrönten Baumstamm. Massiv und imposant bäumt sich die Skulptur vor dem Betrachter wie ein Wehrturm auf. Unser Baum ist ein Teil eines Nagelwalds, in ihrer Gesamtheit erscheinen die Bäume wie ein Schutzwall vor den Bedrohungen, die vom Menschen ausgehen. Günther Uecker gilt als naturverbundener Mensch. Er ist ländlich aufgewachsen als Bauernjunge auf der Ostseeinsel Wustrow in Mecklenburg. Seine Wurzeln hat er nie vergessen und er bleibt seiner alten Heimat bis heute treu. Sie ist eine Form von Energiequelle und Kraftort für Uecker und er besucht sie regelmäßig. Die Natur ist für Uecker besonders schützenswert und mithilfe seiner Kunst versucht er die Menschheit wachzurütteln und ihrer Zerstörung entgegenzuwirken. [SM]
119000781
Günther Uecker
Baum, 1988.
Schätzpreis: € 400.000 - 600.000
+
 


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