Auktion: 484 / Kunst des 19. Jahrhunderts am 24.05.2019 in München Lot 7

 
7
Carl Spitzweg
Talschlucht mit Sennerin, Um 1875.
Öl auf Holz
Schätzung:
€ 20.000
Ergebnis:
€ 42.500

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
Talschlucht mit Sennerin. Um 1875.
Öl auf Holz.
Rechts unten monogrammiert. 29,2 x 22,2 cm (11,4 x 8,7 in).

Wir danken Herrn Detlef Rosenberger, der das Werk im Original begutachtet und bestätigt hat, für die freundliche Auskunft. Das Werk wird in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis aufgenommen.

PROVENIENZ: Privatsammlung USA.

Essay
Bei dem hier angebotenen Gemälde schafft Spitzweg durch die Gegenüberstellung des feinmalerisch ausgearbeiteten Vordergrunds, dem schön beobachteten Wolkenhimmel und den eher summarisch erfassten, hoch im Mittelgrund aufragenden Felswänden eine spannungsvolle Wetterstimmung, die die Atmosphäre eines diesigen Tages oder gar aufziehenden Gewitters vermittelt. Rechts vorne befindet sich halb vom Gestrüpp verdeckt ein verfallener Brunnentrog, der einst durch die Wasserquelle im Vordergrund gespeist wurde. In dieser ist - angedeutet mit zarten Pinselstrichen - eine Silberschlange zu erkennen. In ihrer aufsteigenden Haltung erweckt sie den Eindruck, der sich entfernenden Sennerin nachzublicken.
Die Sennerin in der Talschlucht oder im Hochgebirge ist ein beliebtes Bildthema, das in keiner Spitzweg-Sammlung fehlen darf. Der Künstler bearbeitet das Grundthema der alleine in der Bergwelt wandernden jungen Frau in mannigfaltigen Varianten (vgl. Wichmann 1359-1397). Einzigartig ist hier die Kombination mit dem Motiv der aufsteigenden Schlange, die sich bei Spitzweg sonst vor allem in Darstellungen von durch die Einöde wandernden Einsiedlermönchen findet (vgl. Wichmann 858-862). Durch das Symbol der Schlange klingt hier wie da auch das biblische Thema der Versuchung am Wegesrand an. [FS]
7
Carl Spitzweg
Talschlucht mit Sennerin, Um 1875.
Öl auf Holz
Schätzung:
€ 20.000
Ergebnis:
€ 42.500

(inkl. 25% Käuferaufgeld)