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Auktion: 489 / Kunst des 20./21. JH I am 07.06.2019 in München Lot 168

 
Objektbeschreibung
Portrait of a Lady. 1985.
Synthetische Polymer- und Siebdruckfarben auf Leinwand.
Verso auf der umgeschlagenen Leinwand signiert, datiert und mit einer persönlichen Widmung bezeichnet. 101,6 x 101,6 cm (40 x 40 in) . [CH].

- Unikat.
- Frauenporträts wie von Liz Taylor, Marilyn Monroe, etc. gehören zu den gefragtesten und höchstbezahltesten Motiven des Künstlers
.

PROVENIENZ: Galerie Rudolf Budja, Salzburg.
Privatsammlung Norddeutschland (vom Vorgenannten erworben).

LITERATUR: Christie’s, New York, 1835. Auktion, Post War and Contemporary Art Morning Session, 17.5.2007, Lot 189.

Aufrufzeit: 07.06.2019 - ca. 19.04 h +/- 20 Min.

Essay
Nach einer Phase als Filmemacher intensiviert Andy Warhol in den 1980er Jahren erneut seine Bilderproduktion. Die Porträts stellen dabei die Haupteinnahmequelle des Künstlers dar und haben dementsprechend Priorität – ganz gleich an welchem Projekt er arbeitet, in einer Ecke seines Lofts sind zeitgleich immer mehrere Porträts in Produktion. Er bietet zahlungskräftigen Kunden damit die Möglichkeit, in sein Pantheon aus bekannten Persönlichkeiten und Stars aufgenommen zu werden und gemäß seines weithin bekannten Spruches "In Zukunft wird jeder 15 Minuten lang berühmt sein" allein durch die Art der Warhol-typischen Darstellung zu Berühmtheit zu gelangen. Die Frau in "Portrait of a Lady" ist nicht weiter bekannt, stammt vermutlich wie viele seiner Auftraggeber aus der New Yorker High Society. Dennoch würde ihr Antlitz neben Andy Warhols Bildnis von Elizabeth Taylor oder Liza Minelli nicht weniger beeindruckend wirken. Sie weckt Neugier und den Wunsch zu erfahren, wem der Künstler die überlebensgroße und eindrucksvolle Präsenz zuteil werden lässt. Ihr Teint ist in einer einzelnen Farbfläche ohne weitere Abstufungen gehalten. Er wirkt strahlend, eben und fein und unterstreicht damit einmal mehr die Schönheit und Vollkommenheit der Unbekannten. Die leichte Kopfwendung setzt ihren Hals in Szene und erinnert an die anmutigen Damen, wie sie etwa die Manieristen verewigten. Klassische Schönheitsideale treffen hier auf Popkultur. Wenngleich sich die Auseinandersetzung mit dem Konzept des Porträts durch sein gesamtes Œuvre zieht, finden stilistische wie auch technische Neuerungen Einzug in sein Spätwerk. So vollzieht sich etwa ein Wechsel im Umgang mit Original und Auflage. In seinen Auftragsarbeiten nimmt Warhol fortan Rücksicht auf das traditionelle Bedürfnis des Kunstsammlers, ein Unikat zu besitzen. Die Anzahl der hergestellten Leinwände desselben Motivs wird kleiner, die Variationen vielfältiger. Die Arbeiten wirken formvollendeter, so sind die Makel und Fehler, die er beim Herstellungsprozess seines Frühwerkes bewusst in Kauf genommen hatte, einem deckenden und scheinbar perfekten Farbauftrag gewichen. [CE]
168
Andy Warhol
Portrait of a Lady, 1985.
Schätzpreis: € 400.000 - 600.000
+
 


Weitere Abbildungen
Andy Warhol - Portrait of a Lady - Rahmenbild
Rahmenbild
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Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Andy Warhol "Portrait of a Lady"
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