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Auktion: 489 / Evening Sale am 07.06.2019 in München Lot 184

 
Objektbeschreibung
Frauen der Antike. 2000.
Skulptur . Stoff, Kunstharz, Gips und Zweige, geweißt.
250 x 120 x 115 cm (98,4 x 47,2 x 45,2 in).

Das Kunstmuseum Walter, Augsbug zeigt zur Zeit im Rahmen der Sonderaustellung "Anselm Kiefer - Aus der Sammlung Walter" weitere Figuren dieser Serie.

PROVENIENZ: Privatsammlung, Italien (bis 2017).
Sammlung Heisig, Königswinter.
Privatsammlung Nordrhein-Westfalen.



Essay
Anselm Kiefer ergründet in seinen Arbeiten das behandelte Thema auf allumfassende Weise: Form, Inhalt und Material beziehen sich aufeinander, Geschichte und Mythologie, menschliche und politische Hybris stehen im Zentrum seiner Arbeit. So setzt sich Anselm Kiefer auch in einigen Arbeiten mit historischen Frauenfiguren auseinander, hier sei nur auf "Femmes de la Revolution" (1992/2013) in der Hall Foundation/MASS MoCA North Adams, MA NorthAdams/MA oder das Gemälde "Les Reines de France" (1995) im Guggenheim Museum, New York, verwiesen. In den späten 1990er Jahren beginnt er die Serie der "Frauen der Antike". Er widmet sich antiken Frauengestalten, die der jeweiligen mythischen oder historischen Überlieferung folgend eine wesentliche Rolle gespielt haben, teils als individuelle Persönlichkeiten, die - anders als ihre männlichen Zeitgenossen - in Vergessenheit geraten sind, aber auch namenlosen Archetyp. Diese überlebensgroßen Figuren stehen beispielhaft für Anselm Kiefers Arbeitsweise: der weibliche Körper ist bestimmt durch die Geister-gleiche Hülle eines weißen Reifrock-Gewandes und ergänzt durch die mit dem Mythos und Geschichte verwobenen Attribute, hier die der Zweige. So ist ihre Hülle, ihr Geist präsent, doch der Körper bleibt nicht zuletzt durch das Fehlen des Antlitzes, abwesend. Diese assoziativ angedeuteten Figuren zeigen beispielhaft die lyrische Verknüpfung von Material, Historie und Mythos als unverwechselbare Stilmittel seines Schaffens. Anselm Kiefer hat in den "Frauen der Antike" den von der patriarchalischen Geschichtsschreibung marginalisierten Frauenpersönlichkeiten ein eindringliches Denkmal gesetzt, das in seiner immens starken Ausstrahlung mit der Installation "The Dinner Party" (Elizabeth A. Sackler Center for Feminist Art, Brooklyn Museum, NY) von Judy Chicago zu vergleichen ist. Immer wieder stehen die Werke von Anselm Kiefer für das ,,Nicht-Vergessen". Frauen sind in der Geschichtsschreibung bis auf wenige Ausnahmen stets in den Hintergrund verschoben worden und somit dem kollektiven Vergessen anheim gefallen. Weitere Figuren dieser Serie befinden sich in der Sammlung Grothe / Kunsthalle Mannheim, der Sammlung Walter und im Glaspalast Augsburg. [EH]
184
Anselm Kiefer
Frauen der Antike, 2000.
Skulptur
Nachverkaufspreis: € 200.000
+
 


Weitere Abbildungen
Anselm Kiefer - Frauen der Antike - Weitere Abbildung
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Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Anselm Kiefer "Frauen der Antike"
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Bei Objekten, deren Künstler nicht bereits vor mindestens 70 Jahren verstorben ist, fällt eine Folgerechtsumlage i.H. von 1,5% zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer an.
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