Ketterer Kunst Logo

Detailsuche

Auktion: 489 / Evening Sale am 07.06.2019 in München Lot 149

 
Objektbeschreibung
Ohne Titel. 1965.
Nägel und weiße Farbe auf Leinwand über Holz.
Nicht bei Honisch. Verso signiert und gewidmet "In Freundschaft für Sacha [sic!] und Frau" sowie mit Richtungspfeil und der Angabe "oben" bezeichnet. 60 x 60 x 13 cm (23,6 x 23,6 x 5,1 in).

- Frühe Arbeit aus der wichtigen "ZERO"-Zeit.
- Reizvolle Nagelung.
- Seit 50 Jahren in Privatbesitz.
- Noch nie im Kunsthandel angeboten
.
Dieses Werk ist im Uecker Archiv registriert unter der Nummer GU.65.113 und wird vorgemerkt für die Aufnahme in das entstehende Uecker Werkverzeichnis.

PROVENIENZ: Privatsammlung Nordrhein-Westfalen (1965 als Weihnachtsgeschenk vom Künstler erhalten; seither in Familienbesitz).

"Den Ablauf einer Bewegung sichtbar zu machen, als Zustand einer Lebendigkeit, an der der Mensch teilnimmt in schöpferischer Wiederholung, in Monotonie, ist in der Tat eine erregende Aktion, die wie ein Gebet geistig erlebt werden kann. Meine Objekte sind eine räumliche Realität, eine Zone des Lichtes. Ich benutze mechanische Mittel, um die subjektive Geste zu überwinden, zu objektivieren, eine Situation der Freiheit zu schaffen."
Günther Uecker, 1961, zit. nach: ZERO. Die internationale Kunstbewegung der 50er und 60er Jahre, Ausst.-Kat. Martin-Gropius-Bau, Berlin 2015, S. 488.

Essay
Der Nagel als anonymes, industrielles Produkt wird in Ueckers Œuvre zum Träger intensiven geistigen Ausdrucks. Traditionell ist der Nagel mit Assoziationen wie Festhalten und Fixieren verhaftet, doch setzt Uecker dieses Material in seinen Nagelbildern dazu ein, Bewegung zu demonstrieren und zu artikulieren. Ihren besonderen Charakter erhält die vorliegende frühe Arbeit durch den spannungsvollen Gegensatz aus dicht gedrängter Nagelfläche und der lediglich in einen sanften, lasierenden Farbauftrag getauchten Leinwandfläche, die Uecker in der linken oberen und der rechten unteren Ecke vollkommen unberührt stehen lässt. Licht und Schatten beleben die Fläche mit den wirbelartig gedrängten Nagelhälsen, erschaffen eine rhythmische Dynamik, die sich je nach Ausleuchtung und Standort des Betrachters wandelt und mit ihrem Schattenwurf auch auf die unberührte Leinwandfläche ausgreift, mit dieser kompositorisch interagiert. Nahezu schwerelos und flüchtig scheint sich das vorliegende Nagelfeld, einem amorphen Nagelwesen gleich, über die Leinwand auszubreiten und sich geradezu über deren räumliche Beschränkungen hinwegzusetzen. Uecker hat ganz im Sinne der "ZERO"-Bewegung die Kunst mit seinen Nagelbildern neu erfunden, sie nicht nur von der bis dahin prägenden Bedeutung des malerischen Duktus als künstlerischer Handschrift, sondern darüber hinaus auch von den Fesseln der Zweidimensionalität befreit. [JS]
149
Günther Uecker
Ohne Titel, 1965.
Nachverkaufspreis: € 220.000
+
 


Ähnliche Objekte auf dem internationalen Auktionsmarkt
Was Sie auch interessieren könnte
Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Günther Uecker "Ohne Titel"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlag bis einschließlich € 500.000: 32 % Aufgeld
Zuschläge über € 500.000: Teilbeträge bis einschließlich € 500.000 32 %, Teilbeträge über € 500.000 27 % Aufgeld
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

Berechnung bei Regelbesteuerung:
Zuschlag bis einschließlich € 500.000: 25 % Aufgeld zuzügl. der gesetzlichen Umsatzsteuer
Zuschläge über € 500.000: Teilbeträge bis einschließlich € 500.000 25%, Teilbeträge über € 500.000 20% Aufgeld, jeweils zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung bei Folgerechtsabgabe:
Bei Objekten, deren Künstler nicht bereits vor mindestens 70 Jahren verstorben ist, fällt eine Folgerechtsumlage i.H. von 1,5% zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer an.
Günther Uecker - von Ketterer Kunst verkaufte Objekte