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Auktion: 470 / Kunst nach 1945 I am 09.06.2018 in München Lot 869

 
Objektbeschreibung
B99. 1965.
Öl auf Leinwand.
Verso signiert, datiert und betitelt. 60 x 60 cm (23,6 x 23,6 in) . [SM].

PROVENIENZ: Galerie Springer, Berlin (auf dem Keilrahmen mit dem Galerieetikett).
Dom Galerie, Köln (auf dem Keilrahmen mit dem Galerieetikett).
Privatsammlung Süddeutschland (direkt vom Vorgenannten erworben).



Essay
Einfache Formen und diffuse Farben finden sich bereits in den 1950er Jahren im Werk von Wojciech Fangor. Völlig autark entwickelt der polnische Künstler diese Tendenzen der Op-Art und des Color-Field-Painting abseits seiner dem politischen Mainstream folgenden Zeitgenossen. In seinem Werk finden sich zerfließende Konturen – Tönungen und Ebenen, die optische Täuschungen hervorrufen. Die Wahrnehmung von Fangors räumlicher Dynamik findet nicht auf der Leinwand, sondern zwischen dem Betrachter und der Leinwand statt, in dem von ihm selbst benannten „Positive Illusory Space“. Dieser ist konträr zum „Negative Illusory Space“, der traditionellen Perspektive zu verstehen. Jeder Versuch, sich auf die verschwommenen und fließenden Bilder zu konzentrieren, provoziert eine sofortige Aktivierung der Wirkung von Farbe und Kontur. Die wechselnde Präsenz der Farbe ist der Schlüssel zu Fangors illusorischem Raum. Der Künstler erreicht dies durch das Auftragen von verdünnter Ölfarbe auf der grundierten Leinwand in lasierenden, aufeinanderfolgenden Schichten mit weichen Pinseln und schafft so den "Positive Illusory Space". Seine Farbwahl ist intuitiv und fördert im Betrachter eine emotionale Reaktion. Fangors Bilder sprechen das Lustprinzip an: Sie sind üppig in der Farbe, sinnlich in der Form und ausdrucksstark im Inhalt.
869
Wojciech Fangor
B99, 1965.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 30.000
Ergebnis:
€ 200.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
 


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