Auktion: 459 / Klassische Moderne I am 09.12.2017 in München Lot 609

 
609
Max Liebermann
Blick in den Wannseegarten, Um 1920.
Pastell
Schätzung:
€ 60.000
Ergebnis:
€ 102.500

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
Blick in den Wannseegarten. Um 1920.
Farbiges Pastell.
Rechts unten signiert. Auf festem, bräunlichem Papier. 25,8 x 34,8 cm (10,1 x 13,7 in) , blattgroß.
Die vorliegende Arbeit diente vermutlich als Vorlage für das Gemälde "Die Blumenterrasse im Wannseegarten und der große Rasen nach Osten" (Eberle 1920/24).
Sommerlich leuchtende Ansicht des berühmten Wannseegartens.
Die Authentizität der vorliegenden Arbeit wurde von Frau Drs. Margreet Nouwen, Berlin, mündlich bestätigt, die Arbeit wird in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis der Papierarbeiten aufgenommen.

PROVENIENZ: Sammlung Bruno und Sadie Adriani, Berlin und Monterey/Kalifornien (der Jurist und Kunstsammler Bruno Adriani war ab 1910 in Potsdam als Rechtsanwalt tätig und hat in den Folgejahren eine umfangreiche Gemäldesammlung zusammengetragen, die er nach seiner Übersiedlung Ende 1930 nach Genf und schließlich von dort 1936 in die USA gebracht und zum Großteil in den 1960er Jahren den Fine Arts Museums of San Francisco vermacht hat).
Rose Marie Chamberlin, Los Angeles (vom Vorgenannten durch Erbschaft erhalten).
Privatsammlung Los Angeles (vom Vorgenannten zwischen 1985 und 1989 als Geschenk erhalten).

LITERATUR: Vgl. Jenns Eric Howoldt u. Uwe M. Schneede (Hrsg.), Im Garten von Max Liebermann, Ausst.-Kat. Hamburger Kunsthalle, 11.6.-26.9.2004 / Alte Nationalgalerie, Berlin 12.10.2004-9.1.2005, Bonn/Berlin 2004.
"Vor allen Ländern lächelt jenes Fleckchen Erde mich an.. (ille terrarum mihi praeter omnes angulus ridet..)" - Mit diesen Worten aus der 6. Ode des Horaz hat Liebermann 1921 sein geliebtes Sommerhaus am Wannsee beschrieben, das ihm fern der lauten Großstadt Berlin einen zentralen Rückzugsort in der Natur bot. (Vgl. J. E. Howoldt, in: Im Garten von Max Liebermann, Bonn/Berlin 2004, S. 11)

Essay
Die geradezu fulminante Zeichenkunst und die technische Perfektion Liebermanns zeigen sich in diesem Pastell auf besondere Weise. Der Blick auf den Wannseegarten, der sich vom Wohnhaus aus Richtung See bot, ist hier in seiner vollen Schönheit eingefangen. Die kühnen Strichlagen im Laub der Bäume zeugen von der spontanen Erfassung dieses glücklichen Augenblicks, in dem Liebermann, von der Gunst der Stunde beflügelt, den Garten seines geliebten Sommersitzes festgehalten hat. Mit Max Liebermanns Gemälden und Pastellen seines berühmten Wannseegartens erlebte die deutsche Landschaftsmalerei des Impressionismus in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts einen fulminanten Höhepunkt. Zusammen mit Corinth und Slevogt hat Max Liebermann jene bleibenden Werte geschaffen, die, neben der Malerei des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit, einen kunsthistorisch bedeutenden Bestandteil der deutschen Kunst dieser Jahrzehnte des Umbruchs bilden. [KD]
609
Max Liebermann
Blick in den Wannseegarten, Um 1920.
Pastell
Schätzung:
€ 60.000
Ergebnis:
€ 102.500

(inkl. 25% Käuferaufgeld)