Auktion: 437 / Kunst nach 1945 I am 10.12.2016 in München Lot 878

 
878
Günther Uecker
Handlung, 1988.
Schätzung:
€ 100.000
Ergebnis:
€ 218.750

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
Handlung. 1988.
Nägel, Steine, Latex und Graphite auf Leinwand, auf Holz.
Verso signiert, datiert, betitelt und mit Richtungspfeil. 200 x 160 cm (78,7 x 62,9 in). [SM].

PROVENIENZ: Galerie Storms, München.
Privatsammlung.

Essay
"Wenn ich arbeite, handele ich bewusstlos. Ich reflektiere nicht was ich tue, sondern ich steigere mich über Tage in einen Zustand hinein, der es mir ermöglicht, das, was mich treibt, mit Nägeln auf ein Feld zu übertragen. Erst ist es ein Zwiegespräch, dann eine Strukturierung, dann wird es ein expressives Palaver. Zum Schluss sage ich 'Jetzt aber nicht mehr anfassen'." (Günther Uecker, zit. nach: Tagesspiegel, 13. April 2008, Nr. 19873, Seite S 1). Trotz der Massivität ihrer Materialien wirken Ueckers Schöpfungen durch das Spiel von Licht und Schatten auf der durch die Verwendung von Steinen und Nägeln rhythmisierten Fläche entrückt und schwerelos. Ueckers Nagelbilder, welche als die bedeutendsten und gefragtesten Werke des Künstlers gelten, überführen die Gewalt ihres Entstehungsprozesses in Schönheit. In Entstehung und Wirkung bringen Ueckers kraftvoll-poetische Schöpfungen scheinbar Gegensätzliches zum Ausgleich, verschmelzen Aktion und Kontemplation, Ruhe und Bewegung zu einem faszinierenden künstlerischen Ganzen von stiller Schönheit. Die besondere künstlerische Leistung Günther Ueckers besteht in seiner Fähigkeit, mit den einmal gefundenen Stilmitteln, immer neue Interpretationen und Werke zu gestalten, die nicht nur ästhetische Bedürfnisse erfüllen, sondern die zudem zutiefst mit der menschlichen Existenz verbunden sind.
878
Günther Uecker
Handlung, 1988.
Schätzung:
€ 100.000
Ergebnis:
€ 218.750

(inkl. 25% Käuferaufgeld)