Auktion: 439 / Klassische Moderne II am 08.12.2016 in München Lot 128

 

128
Georg Kolbe
Porträtkopf Paul Rohs, 1935.
Bronze
Schätzung:
€ 8.000
Ergebnis:
€ 6.250

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Porträtkopf Paul Rohs. 1935.
Bronze mit dunkelbrauner Patina.
Rechts unten an der Plinthe mit dem ligierten Monogramm. Links an der Plinthe mit dem Gießerstempel "H. Noack Berlin Friedenau". Einer von zwei Lebzeitgüssen. 33,7 x 21 x 25,4 cm (13,2 x 8,2 x 10 in).

Mit einem schriftlichen Gutachten von Frau Dr. Ursel Berger vom 20. Oktober 2016.

PROVENIENZ: Sammlung Paul und Herta Rohs, Radevormwald.
Privatsammlung Nordrhein-Westfalen (durch Erbschaft).

Der Wuppertaler Kaufmann und Sammler Paul Rohs war gut mit Georg Kolbe bekannt und hatte einige Werke des Bildhauers in seiner Sammlung. Es ist davon auszugehen, dass Paul Rohs die meisten Werke seiner Sammlung direkt beim Künstler erworben hat. Die Ehefrau von Paul Rohs, Herta Rohs, war mit Käthe Kolbe befreundet. Aus dieser Verbundenheit der beiden Familien heraus entsteht wohl als Auftragsarbeit das vorliegende Porträt. In den Porträtplastiken von Georg Kolbe ist die Tendenz zur Monumentalisierung der Dargestellten nicht zu übersehen. Trotz aller Individualität der Gesichtsmerkmale schafft Kolbe eine Vereinheitlichung des Gesamteindrucks, die wesentlich zu der angestrebten Monumentalisierung beiträgt. Der massive Kopf wird von einer Plinthe getragen, die in ihrem oberen Teil eingekehlt ist. Dadurch entsteht eine optische Überhöhung, die dem massiven Kopf eine erstaunliche Ausgewogenheit der Kräfteverhältnisse verleiht. Der Porträtkopf Rohs darf zu den reifsten Leistungen in Georg Kolbes bildnerischem Schaffen gezählt werden. [KD]



128
Georg Kolbe
Porträtkopf Paul Rohs, 1935.
Bronze
Schätzung:
€ 8.000
Ergebnis:
€ 6.250

(inkl. 25% Käuferaufgeld)