Auktion: 443 / Kunst nach 1945 II am 10.06.2016 in München Lot 698

 
698
Arman Fernandez
Africash, 1995.
Objekt
Schätzung:
€ 12.000
Ergebnis:
€ 30.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
Africash. 1995.
Unikat. Objekt aus Kunstharz und Geldscheinen der Westafrikanischen Zentralbank.
Am linken Bein mit Ritzsignatur. Auf einer der Banknoten signiert. Sowie verschiedene andere Banknoten von César, Frank Stella, Corneille etc. signiert. Ca. 84 x 36 x 27 cm (33 x 14,1 x 10,6 in).
[CB].

Die Arbeit ist unter der Nummer 9886 im Archiv Denyse Durand-Ruel sowie unter der Nummer APA # 8032.95.034 im Archiv Arman, New York, registriert. Wir danken Frau Durand-Ruel für die freundliche Auskunft.

PROVENIENZ: Privatsammlung Belgien.

Essay
Armand Pierre Fernandez, genannt Arman, ist einer der bedeutendsten internationalen Objektkünstler. Aus der Bekanntschaft mit Yves Klein entwickelt sich die Idee zu gemeinsamen Happenings und Aktionen, die die beiden Künstler durchführen. Beeinflusst durch Arbeiten von Kurt Schwitters, fertigt Arman ab 1955 die neodadaistischen "cachets" (Stempelabdrücke), gefolgt von den "allures" (Abdrücke von in Farbe getauchten Gegenständen) und seinen berühmten "poubelles", Plexiglaskästen gefüllt mit Hausmüll. Anfang der 1960er Jahre entstehen die ersten "colères" (Wutanfälle), bei denen Arman Musikinstrumente wie Kontrabässe, Klaviere und Violinen zertrümmert, wenig später zerschneidet oder sprengt er die Gegenstände ("coupes" und "combustions"). Zudem beginnt er, Anhäufungen von gleichartigen banalen Konsumgegenständen auszustellen, die sogenannten "accumulations". Ab etwa 1964 gießt Arman seine Objekte in Polyester, später auch sozusagen unsichtbar in Beton ein.
Arman formuliert sein künstlerisches Credo Anfang der 1960er Jahre. Sein Thema ist die Soziologie des Konsums im Zeitalter von Massenproduktion und Werbeüberflutung. Industriell hergestellte Gegenstände werden von ihm angehäuft und zerstört, vervielfältigt und zerstückelt. Die oftmals poetischen Titel Armans können sowohl als Huldigung der Konsumgesellschaft verstanden werden als auch eindeutig ironisch den Kult des Konsums kommentieren und kritisieren.
698
Arman Fernandez
Africash, 1995.
Objekt
Schätzung:
€ 12.000
Ergebnis:
€ 30.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)