Auktion: 433 / Kunst nach 1945 I am 11.06.2016 in München Lot 951

 
951
Heinz Mack
Obelisk, 1986.
Bronze
Schätzung:
€ 40.000
Ergebnis:
€ 48.750

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
Obelisk. 1986.
Bronze, dunkel patiniert.
Auf der Plinthe mit dem Namenszug und Nummerierung sowie dem Gießerstempel "H. Noack, Berlin". Eines von 6 Exemplaren. 182 x 12 x 12 cm (71,6 x 4,7 x 4,7 in). Plinthe: 22,5 x 22,5 x 4 cm (8,8 x 8,8 x 1,5 in).
[SM].
Verkleinerte Version von Macks berühmtem Berliner Obelisken und außergewöhnliche Manifestation eines Leitmotivs des "ZERO"-Künstlers.
Mit einem Foto-Zertifikat von Prof. Heinz Mack, Mönchengladbach, vom April 2016.

PROVENIENZ: Privatsammlung Norddeutschland.

Essay
Unser mannshoher Obelisk, in Kleinauflage von nur sechs Exemplaren gegossen, stellt das verkleinerte Pendant zu Macks großer Stele auf dem Henriettenplatz am Berliner Kurfürstendamm dar. Dieses Projekt, zu dem die 750-Jahr-Feier Berlins den Anlass gab, realisiert Mack ein Jahr später (1987). Mit der Form des Obelisken zitiert der Künstler dabei gezielt ein Element der heroisierenden Großdenkmäler der Neuzeit, deren berühmtester Vertreter sicherlich das "Washington Monument" ist (Baubeginn 1848). Mack aber reiht sich bewusst nicht widerspruchslos in diese Traditionslinie ein: Sein Obelisk endet nicht in der typischen, pyramidenförmigen Spitze, sondern ist nur einseitig steil abgeflacht - der Künstler sorgt so für die subtile ironische Brechung eines herrschaftsikonografischen Signums. Zugleich steigert diese formale Veränderung die aufwärts weisende Dynamik der Stele. Sie verweist damit im Besonderen auf die eigentliche, mythisch-kosmologische Bedeutung der Obelisken: Verstanden als Strahlen der Sonnengottheit, sollen sie im alten Ägypten die Erde mit den himmlischen Sphären in Verbindung setzen. Dass es diese ursprüngliche Bedeutung ist, die den Licht-Künstler Mack an der Form des Obelisken fasziniert, bezeugt nicht zuletzt sein ebenfalls 1987 errichteter Licht-Obelisk am Berliner Europacenter.
951
Heinz Mack
Obelisk, 1986.
Bronze
Schätzung:
€ 40.000
Ergebnis:
€ 48.750

(inkl. 25% Käuferaufgeld)