Auktion: 428 / Klassische Moderne am 03./05.12.2015 in München Lot 221

 
221
Georg Kolbe
Kauernde, 1917.
Bronze
Schätzung:
€ 30.000
Ergebnis:
€ 45.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
Kauernde. 1917.
Bronze mit dunkelbrauner Patina .
Berger 31. Hinten oben rechts auf der Plinthe monogrammiert (ligiert). Hinten am Plinthenrand mit dem Gießerstempel: H. Noack, Berlin Friedenau. Wahrscheinlich eines von 15 Exemplaren, die seit 1919 von der Galerie Ferdinand Möller, Berlin, vertrieben wurden. Zusammen mit den Folgeeditionen sind ca. 30 Exemplare dieser Bronze bekannt. 23,5 x 18,5 x 14,3 cm (9,2 x 7,2 x 5,6 in).
Der Zusatz "Friedenau" auf dem Gießerstempel verweist auf ein früheres Datum des Gusses.
Tadelloser Guss mit gleichmäßiger Patinierung.
Mit einem Gutachten von Frau Dr. Ursel Berger, Berlin, vom 21. Januar 2013.

PROVENIENZ: Privatsammlung Süddeutschland (1958 erworben auf der Kunst- und Antiquitätenmesse im Haus der Kunst, München).
Privatsammlung Nordrhein-Westfalen.

LITERATUR: Wilhelm Reinhold Valentiner, Georg Kolbe, München 1922, Tafel 23.
Georg von Alten, Georg Kolbe, in: Kunst für Alle, April 1922, S. 217.
Georg Kolbe (Begleitwort), Richard Scheibe (Einführung). Georg Kolbe 100 Lichtdrucktafeln, Marburg 1931, Tafel 20.
Ursel Berger, Georg Kolbe, Das plastische Werk, in: Weltkunst 15.11.1985, S. 3523-3527, Abb. 4.

Essay
Die innere Ausgewogenheit des Formengutes dieser kleinen Plastik macht sie zu einem der begehrtesten Objekte aus dem umfangreichen plastischen Schaffen von Georg Kolbe. Die Gliedmaßen sind fast symmetrisch ausgerichtet. Leicht angehobene Arme korrespondieren mit den angewinkelten Beinen und bilden so eine in sich geschlossene Anordnung der Gliedmaßen. Einzig der vorgestellte Fuß bringt eine diskrete optische Spannung in diese sonst ausgewogene Körperhaltung, die durch den nach hinten geneigten Kopf in ihrem Eindruck einer meditativen Haltung bestärkt wird. Die optische Kraft, die gerade von dieser Kleinplastik ausgeht, ist das Geheimnis ihrer eindringlichen Wirkung auf den Betrachter, der sie fast nie frontal, sondern eher von oben herab betrachtet. Das Motiv des nach hinten geneigten Kopfes als Ausdruck innerer Kontemplation hat Georg Kolbe mehrfach verwendet, doch selten so verhalten-schlüssig wie in dieser Kleinplastik von 1917.
221
Georg Kolbe
Kauernde, 1917.
Bronze
Schätzung:
€ 30.000
Ergebnis:
€ 45.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)