Auktion: 432 / Klassische Moderne I am 11.06.2016 in München Lot 350

 
350
Karl Hofer
Der Trinker, 1943.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 24.000
Ergebnis:
€ 30.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
Der Trinker. 1943.
Öl auf Leinwand.
Wohlert 1706. Rechts unten monogrammiert und datiert (ligiert). 89,5 x 81 cm (35,2 x 31,8 in).

PROVENIENZ: Aus dem Nachlass des Künstlers (Nr. 276).
Galerie Elfriede Wirnitzer, Baden-Baden (Nr. 193).
Baukunst Galerie, Köln.
Kunsthandel Gerd Köhrmann, Karl Hofer Nachlass, Köln (auf dem Keilrahmen mit dem Etikett).
Witwe Liesbeth Hofer Erben.

AUSSTELLUNG: Carl Hofer. Ausstellung von neuen Werken, Ausstellungsräume des Westens, Berlin, ab 8.10.1946, Nr. 14.
Carl Hofer, Ausstellung im Goslarer Museum, Goslar, 4.-18.10.1953, Nr. 3, mit Abb.
Überblick über das Gesamtwerk Karl Hofers seit 1945, Karl Ernst Osthaus-Museum, Hagen, 12.12.1954-9.1.1955, Liste 2, Nr. 3.
Karl Hofer. Retrospektivausstellung, Ölbilder, Aquarelle, Handzeichnungen, Druckgraphik, Baukunst Galerie, Köln, 20.1.-5.4.1975, Nr. 31.
Karl Hofer 1878-1955, Staatliche Kunsthalle Berlin, 16.4.-14.6./Badischer Kunstverein Karlsruhe, 1.8.-17.9.1978, Kat.-Nr. 148, S. 174 (mit ganzseitiger Abb. S. 184).
Karl Hofer, Ausstellung anlässlich des 100. Geburtstages von Karl Hofer, Baukunst Galerie, Köln, 14.9.-4.11.1978, Nr. 39.
Karl Hofer. Malerei, Graphik, Zeichnung, Staatliche Galerie Moritzburg, Halle, 26.11.1978-25.2.1979, Kat.-Nr. 78, mit Abb. 75 auf S. 124.
Die Figur im Werk von Karl Hofer. Ölbilder, Aquarelle, Handzeichnungen, Druckgraphik, Baukunst Galerie, Köln, 17.9.-13.11.1982, Nr. 16.
Karl Hofer. Wiedergewonnene Verluste. Bilder aus den letzten Jahren, Galerie Andreas Baumgartl, München, 27.4.-23.6.2001, S. 9, mit Farbabb.

LITERATUR: Adolf Jannasch, Carl Hofer, Kunst der Gegenwart 1, Potsdam 1946, Abb. Nr. 3.
Erich Link, Ein Maler von europäischem Rang. Carl-Hofer-Ausstellung in Haiensee, in: Vorwärts, Nr. 154, 11. Oktober 1956, S. 5, mit Abb.
Revue, 2.1947, Heft 20 (16. Oktober), S. 6, mit Abb.
Der Sozialdemokrat, Nr. 237, 9. Oktober 1948, S. 7, mit Abb.
Karl Hofer. Sechs Gemäldewiedergaben, Leipzig 1949, Farbtafel 1.
Karl Hofer, Galerie Henning, Halle 1949, Kat.-Nr. 41, S. 23 (ausgestellt war eine Reproduktion aus dem Seemann Verlag).
Seemann Katalog der Gemäldewiedergaben, Leipzig 1967, S. 394, mit Abb.
Günther Ott, Ein neues Weltbild der Menschlichkeit. Ausstellung von Museumsrang: Werke von Karl Hofer in der Galerie Baukunst, in: Kölner Stadtanzeiger, Nr. 217, 18. September 1982, S. 24.

Essay
Inmitten von Chaos und Vernichtung hat Karl Hofer im Jahre 1943 eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Bildern geschaffen, die teils im Rückgriff auf durch Kriegseinwirkung verlorene Arbeiten gemalt werden. Im Werk "Der Trinker" kann neben aller Lebensskepsis auch eine freudvolle Komponente entdeckt werden. Trinker und Trinkende sind ein altes Bildthema, das bereits Jahrhunderte vorher die Maler beschäftigt hat. Hofers Trinker scheint von einem Optimismus beseelt, den man in den gleichzeitig entstandenen Werken vergeblich sucht. Insofern bildet dieses Gemälde eine Ausnahme. Die sonst eher starre Haltung der Figur ist aufgebrochen und einer weit ausholenden Geste gewichen. Fast sollte man meinen, dass so viel Optimismus im malerischen Werk von Karl Hofer fremd erscheint. Die Vereinfachung im Formengut beschreibt Adolf Jannasch wie folgt: "Hofer vereinfacht die Formen, die Bewegungen, die Gesichtszüge. Das ist das Expressive. Keine naturalistische Durchzeichnung, auch keine Zertrümmerung, sondern Konzentration in geschlossenen Formen. Daher die weiten dunklen Augenringe, die gewaltigen Hakennasen, der Riesenmund des rufenden Mannes, die maskenhaften Profile, die starren Verzerrungen der Spukgestalten, eine herbe Welt. Mit solchen Steigerungen bannt er seine Figuren" (zit. nach: Adolf Jannasch, Carl Hofer, Kunst der Gegenwart 1, Potsdam 1946, S. 13).
350
Karl Hofer
Der Trinker, 1943.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 24.000
Ergebnis:
€ 30.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)