Auktion: 424 / Klassische Moderne am 11./13.06.2015 in München Lot 263

 
263
Oskar Schlemmer
Mädchenkopf vor dunkler Figurensilhouette, 1936.
Aquarell
Schätzung:
€ 15.000
Ergebnis:
€ 83.750

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
Mädchenkopf vor dunkler Figurensilhouette. 1936.
Feder- und Pinselzeichnung in blauer Tinte und Aquarell.
Von Maur A 545. Rechts unten datiert "2956" (29.5.1936). Auf Pergamin. 21,9 x 23,8 cm (8,6 x 9,3 in), blattgroß. [KD].

PROVENIENZ: Galerie Krugier, Genf (auf der Rahmenabdeckung mit aufmontiertem Etikett).
Galerie Wolfgang Ketterer München, 6. Auktion, 6./7. Dezember 1971, Kat.-Nr. 1160 mit Abb. S. 203.
Espace Cardin, Maître Binoche, Paris, Tableaux Modernes, 17./18. Nov. 1972, Kat.-Nr. 179 mit Abb.
Hauswedell und Nolte, Hamburg. Auktion 193 Moderne Kunst, 14.-16. Juni 1973, Nr. 1738 mit Abb. S. 524.
Sammlung Frotz, Köln (1973).
Privatsammlung Süddeutschland.

AUSSTELLUNG: Oskar Schlemmer. Gedächtnisausstellung zum 10jährigen Todestag. Württembergischer Kunstverein, Stuttgart, 16.5. bis Ende Juli 1953, Kat.-Nr. 268.
Oskar Schlemmer, Kunsthalle Bern, 20.6.-19.7.1959, Kat.-Nr. 129.
Oskar Schlemmer, Suites No. 6. Galerie Krugier, Genf. April/Mai 1964, Kat.-Nr. 73.

Essay
Oskar Schlemmer hat die künstlerischen Ideale des Bauhaues wie kein zweiter verwirklicht. Mit seinem Namen verbinden sich alle jene Tugenden, die mit dem Wirken das Bauhauses in Verbindung gebracht werden. Sowohl als Maler und Zeichner als auch als Raumgestalter und nicht zuletzt als Schöpfer des mit seinem Namen verbundenen Triadischen Balletts, ist er die Inkarnation dessen, was das Bauhaus für die Formgestaltung und die künstlerische Entwicklung in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts prägend sein sollte. Seine Menschenfiguren sind in ihrer körperlichen Statik Geschöpfe einer kommenden Welt, und doch in ihrem Ausdruck dem Zeitgeist verbunden, wie in unserem Mädchenkopf exemplarisch verwirklicht. Bei aller Schematisierung des Körperlichen hat Schlemmer nie den Boden des Kreativen verlassen. Er gibt seinen Gestalten jene Form von Eigenständigkeit und Sensibilität mit, die ihm für ihre Existenz notwendig erscheint. Das Bild eines seelenlos zerstörerischen Maschinenmenschen, wie es in Fritz Langs Film "Metropolis" exemplarisch gezeigt wurde, ist mit dem figuralen Denken von Oskar Schlemmer nicht zu verbinden, seine Wesen sind human.
263
Oskar Schlemmer
Mädchenkopf vor dunkler Figurensilhouette, 1936.
Aquarell
Schätzung:
€ 15.000
Ergebnis:
€ 83.750

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
 


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