Auktion: 415 / Klassische Moderne am 06.06.2014 in München Lot 201

 
201
Oskar Schlemmer
Konzentrische Gruppe (Figurenplan K 1), 1922.
Lithografie
Schätzung:
€ 7.000
Ergebnis:
€ 10.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
Konzentrische Gruppe (Figurenplan K 1). 1922.
Lithografie.
Grohmann GL 8. Peters S. 33. Söhn Handbuch der Original-Graphik 101-12. Signiert. Eines von 10 Exemplaren auf diesem Papier bei einer Gesamtauflage von 110 Exemplaren. Auf gelbem Japanbütten. 40 x 18,5 cm (15,7 x 7,2 in). Papier: 45 x 34,5 cm (17,7 x 13,5 in).
Blatt 12 der ersten Bauhaus-Mappe "Bauhaus-Drucke. Neue europäische Graphik - Erste Mappe: Meister des Staatlichen Bauhauses in Weimar", 1922. Gedruckt und herausgegeben vom Staatlichen Bauhaus Weimar (mit dem Trockenstempel). [JS].
Diese Losnummer kann entgegen der im Katalog genannten Regelbesteuerung auch differenzbesteuert + Weiterberechnung der verauslagten 7% Einfuhrumsatzsteuer abgerechnet werden (Ersparnis von etwa 5% im Vergleich zur Regelbesteuerung).

PROVENIENZ: Sammlung Neuerburg, Köln/Bonn (mit dem Trockenstempel).
Christie`s New York, Modern Prints from the Neuerburg Collection, 1. November 1988, Los 172, S. 231.
Privatsammlung (in der vorgenannten Auktion erworben).

Oskar Schlemmer studiert nach einer Lehre in einer Intarsienwerkstatt in den Jahren 1905 bis 1909 an der Kunstgewerbeschule sowie an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart, seit 1912 als Meisterschüler von Adolf Hölzel. 1919 stellt er in der Galerie "Der Sturm" in Berlin aus und wird 1920 von Gropius als Leiter der Bildhauerei-Abteilung und Bühnenwerkstatt an das Bauhaus in Weimar berufen. 1922 macht er durch die Uraufführung seines "Triadischen Balletts" in Stuttgart international auf sich aufmerksam.

Die Arbeit am Bauhaus und die Beschäftigung mit dem Theater gewinnen große Bedeutung für Oskar Schlemmers Kunst, die sich fortan - wie im vorliegenden Blatt - mit dem Problem der Figur im Raum auseinandersetzt. Die Entdeckung des Körperlichen als eigentlicher Ausdruck humaner Identität war Gegenstand moderner Tanzformen der zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, die im Gegensatz zum klassischen Ballett das Körperhafte betonten, um es zum eigentlichen Ausdrucksträger zu machen. Oskar Schlemmer hat in seinen Werken diese Bewegung aufgegriffen und auf eigene Weise interpretiert. Auf seine elementaren Kürzel reduziert, beherrscht die zweidimensionale Erschließung der körperlichen Mehransichtigkeit Schlemmers "Konzentrische Gruppe" aus der berühmten ersten Bauhaus-Mappe, welche allein den künstlerischen Beiträgen der Meister des Staatlichen Bauhauses vorbehalten war.

In den Jahren 1928 bis 1930 arbeitet Schlemmer an einem Auftrag für neun Wandbilder zur Ausgestaltung eines Raumes im Folkwang Museum, Essen. Nach dem Rücktritt Gropius' 1929 verlässt Schlemmer ebenfalls das Bauhaus und folgt noch im gleichen Jahr einem Ruf an die Breslauer Akademie. 1932 erhält er eine Professur an den Vereinigten Staatsschulen in Berlin, die ihm jedoch die Nationalsozialisten 1933 entziehen. Während der Kriegsjahre arbeitet Oskar Schlemmer zusammen mit Willi Baumeister und Georg Muche am Institut für Malstoffe in Wuppertal. In der Zurückgezogenheit der letzten Schaffensjahre entsteht 1942 die kleinformatige Serie der insgesamt achtzehn mystischen "Fensterbilder". Oskar Schlemmer gehört zu den vielseitigsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Seine übergreifenden Tätigkeiten als Wandgestalter, Plastiker, Zeichner und Maler zeigen, dass er sich Zeit seines Lebens um ein Gesamtkunstwerk bemüht hat.

201
Oskar Schlemmer
Konzentrische Gruppe (Figurenplan K 1), 1922.
Lithografie
Schätzung:
€ 7.000
Ergebnis:
€ 10.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)