Auktion: 410 / Kunst nach 45 / Zeitgenössische Kunst am 07.12.2013 in München Lot 1221

 
1221
Josef Albers
Ten Variants, 1967.
Farbserigrafie
Schätzung:
€ 12.000
Ergebnis:
€ 16.250

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
Ten Variants. 1967.
Mappe mit 10 Farbserigrafien, Titelblatt und Impressum, herausgegeben von Ives-Sillman, Inc., New York 1967.
Danilowitz 173. Jeweils monogrammiert "A", datiert "`66", nummeriert und bezeichnet. Zusätzlich im Impressum nummeriert. Aus einer Auflage von 200 signierten Exemplaren. Auf leichtem Karton von BFK Rives (ohne Wasserzeichen). Bis 25,4 x 36,5 cm (10 x 14,3 in). Papier: jeweils ca. 43 x 43 cm (16,9 x 16,9 in).
Gedruckt von Sirocco Screenprints, New Haven. Jeweils mit dem Trockenstempel des Herausgebers. In Original-Leinenschuber und mit den typografisch bezeichneten Doppelbögen. Vollständig.

Nach seiner akademischen Ausbildung in Berlin, Essen und München beginnt Josef Albers, 1888 in Bottrop geboren, im Jahr 1920 sein Studium am Bauhaus in Weimar. Bereits 1923 wird er dort mit der Leitung der Werkstatt für Glasmalerei beauftragt - der Beginn einer sehr erfolgreichen Karriere als Kunstpädagoge. Im folgenden Jahrzehnt entstehen neben Glasbildern auch zahlreiche Entwürfe für Möbel, Glas- und Metallgeräte. Farbe spielt in dieser Zeit kaum eine Rolle. Wohl angeregt durch Theo van Doesburg ("De Stijl"), schafft der Künstler sachlich klare, von der Natur unabhängige Ordnungen. Einzelne Themen und Sujets werden dabei immer wieder variiert - ein wesentliches Kontinuum in Albers' Werk.
Als das Bauhaus 1933 durch die Nationalsozialisten geschlossen wird, erhält er einen Ruf an das Black Mountain College in Ashville, N.C. und siedelt in die USA über. Seine Tätigkeit als Kunstpädagoge endet mit seiner Emeritierung als Direktor der Kunstschule des Institute of Fine Arts der Universität Yale im Jahr 1958. Mit der Übersiedlung in die Vereinigten Staaten beginnt eine neue Periode im Schaffen des Künstlers.

Albers experimentiert mit linearen Formen, die die Sicherheit geometrischer Ordnungen durchbrechen, wobei er nun auch die Farbe in seine Kompositionen mit einbezieht. Dieser "geometrische Surrealismus" (Werner Spies) fordert die sinnliche Wahrnehmung des Betrachters heraus, der als Individuum das Kunstwerk miterleben und immer wieder neu erschaffen soll. Dies kommt in der Folge "Ten Variants" besonders zum Ausdruck, er zeigt darin die Wechselwirkung der Farbe an der Form des Rechtecks in einer Vielzahl von Variationen auf. "Alle Farbwahrnehmung ist Täuschung [..]. Wir sehen die Farben nicht so, wie sie wirklich sind. In unserer Wahrnehmung verändern sie sich z.B. untereinander so, daß zwei verschiedene Farben gleich oder zwei gleiche Farben verschieden aussehen können, oder undurchsichtige erscheinen durchsichtig, bestimmte Formen werden unverkennbar. Dieses 'Spiel' der Farben - der Wechsel der Identität - ist der Gegenstand meines Studiums." (zit. aus: Eugen Gomringer, Josef Albers, Starnberg 1968, S. 103f.)

Als Lehrer wie als Künstler ist Albers wegweisend für eine ganze Generation amerikanischer Künstler. Op-Art, kinetische Kunst, Colorfield Painting und Neue Abstraktion sind von seinem Schaffen beeinflusst. Albers, der mit der Ausstellung "The Responsive Eye" im Museum of Modern Art, New York auch als Künstler international bekannt wird, erhält zahlreiche Ehrungen. Insgesamt vierzehn Mal wird ihm die Ehrendoktorwürde verliehen, 1968 erhält er das Große Verdienstkreuz des Ordens "Pour le Mérite". 1970 wird Albers Ehrenbürger seiner Heimatstadt Bottrop, wo es seit 1983 das didaktisch gestaltete Josef-Albers-Museum im Quadrat gibt. Am 25. März 1976 verstirbt Josef Albers in New Haven/Connecticut. [JS/DB].

1221
Josef Albers
Ten Variants, 1967.
Farbserigrafie
Schätzung:
€ 12.000
Ergebnis:
€ 16.250

(inkl. 25% Käuferaufgeld)