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Auktion: 409 / Klassische Moderne & Seitenwege der dt.Avantgarde am 06.12.2013 in München Lot 345

 
Objektbeschreibung
Maskenspiel. 1929.
Federzeichnung.
Klee 4870. Oben mittig signiert. Auf dem Original-Unterlagekarton betitelt und datiert sowie mit der Werknummer: "B.4". Auf Bütten von Hahnemühle (mit Wasserzeichen), Original vom Künstler auf Karton aufgelegt. 29,8 x 22 cm (11,7 x 8,6 in), Blattgröße. Unterlagekarton: 38,8 x 30,8 cm (15,3 x 12,1 in).

PROVENIENZ: Lily Klee, Bern (1940-46).
Klee-Gesellschaft, Bern (1946-50).
Curt Valentin (Buchholz Gallery), Berlin/New York (ab 1950).
Lyonel Feininger, New York.
Marlborough Fine Art Ltd., London (1974-77).
Hauswedell&Nolte. Moderne Kunst, Auktion 222, Hamburg 1977 Kat.Nr. 780 mit Abb.
Privatsammlung Österreich.

LITERATUR: Will Grohmann, Paul Klee. Handzeichnungen 1921-1930, Potsdam/Berlin 1934, Nr. 60.

Am 18. Dezember 1879 wird Paul Klee in Münchenbuchsee bei Bern geboren. 1898 siedelt er nach München über, wo er bei Heinrich Knirr Radier- und Zeichenunterricht nimmt. Zwei Jahre später beginnt Klee ein Studium an der Münchener Akademie in der Malklasse von Franz von Stuck. Erste Studienreisen führen ihn 1901/02 nach Rom, 1905 nach Paris. Als Klee im Jahr 1908 an den Ausstellungen der Münchner und der Berliner Sezession teilnimmt, macht er die Bekanntschaft von Wassily Kandinsky, Franz Marc und Hans Arp, die sich prägend auf sein künstlerisches Schaffen auswirkt. Durch die Teilnahme an der zweiten Ausstellung des "Blauen Reiter" im Jahre 1912 lernt er weitere herausragende zeitgenössische Künstler und Schriftsteller wie Alexej von Jawlensky, Rainer Maria Rilke und Herwarth Walden kennen. Ab 1914 beschäftigt er sich verstärkt mit der Aquarellmalerei, wobei die gemeinsame Tunesienreise mit August Macke und Louis René Moilliet zum entscheidenden Schritt zu einem eigenen malerischen Stil wird. Nach dem Kriegsdienst wird Klee 1920 von Walter Gropius an das Weimarer Bauhaus berufen, wo er zunächst als Formmeister, später in einer eigenen Malklasse unterrichtet. In den darauf folgenden Jahren intensiviert der Künstler seine Ausstellungstätigkeit im In- und Ausland: 1924 stellt Klee in New York aus, 1925 nimmt er an der ersten Gruppenausstellung der "peinture surréaliste" in Paris teil, u.a. mit Max Ernst, Joan Miró und Pablo Picasso. Ein Jahr später gründet er in Weimar zusammen mit Kandinsky, Lyonel Feininger und Jawlensky die Künstlergruppe "Blaue Vier".

Mit fast kammermusikalischer Pose treten die vier koboldhaften Figuren in dieser Zeichnung auf. Der innere Rhythmus dieser Komposition verrät viel über Paul Klees musikalische Intentionen, die in viele seiner Zeichnungen eingeflossen sind. Die Zeichnung stammt aus den Jahren der Tätigkeit am Bauhaus in Dessau, die laut Will Grohmann "seine glücklichsten und erfindungsreichsten" waren. Das skurrile Element, das in der Verfremdung der Figuren deutlich wird, ist das besonders Hintergründige dieser Arbeiten, deren tiefliegender Witz nur noch optisch nachvollzogen werden kann. Filigrane Federstriche unterstreichen in ihrer zarten Strichelung das abstrahierend Komische dieser kleinen Parade. Fernab jeder Erdenschwere schafft Paul Klee imaginäre Reiche schwebender Illusionen, die sich mit leichter Komik jeglicher realen Interpretation entziehen.

1931 erhält Klee eine Professur an der Düsseldorfer Akademie und löst daraufhin den Vertrag mit dem Bauhaus. Zwei Jahre später wird der Maler als "entarteter Künstler" fristlos entlassen und siedelt nach Bern über. 1937 entfernen die Nationalsozialisten 102 seiner Werke aus deutschen Museen, im selben Jahr werden 17 Arbeiten in der Ausstellung "Entartete Kunst" gezeigt. Trotz einer schweren Erkrankung ist Klee in dieser Zeit außerordentlich produktiv. Es entstehen die Balkenstrichbilder und die tragisch dämonischen Gestalten, die auf Klees Todesahnung hindeuten. Er stirbt am 29. Juni 1940 in Muralto im Tessin. Paul Klees künstlerisches Werk entzieht sich weitgehend einer eindeutigen stilistischen Einordnung. Er verarbeitet Anregungen des Expressionismus und Nachimpressionismus, der französischen Fauves wie der Kubisten. Abstrahierende und surrealistische Elemente verbinden sich zu einer einzigartigen Bildwelt. Paul Klees Werke finden sich in den bedeutendsten Museen der Welt. Die wichtigste Sammlung ist das Museum Zentrum Paul Klee in Bern, wo ca. 4.000 Arbeiten aufbewahrt werden. [KD].

345
Paul Klee
Maskenspiel, 1929.
Federzeichnung
Schätzung:
€ 30.000
Ergebnis:
€ 30.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
 


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