Auktion: 393 / Post War/Zeitgenössische Kunst am 09.06.2012 in München Lot 281

 
Aris Kalaizis - Der Ozean


281
Aris Kalaizis
Der Ozean, 2004.
Öl auf Holz
Schätzung:
€ 8.000
Ergebnis:
€ 10.625

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Der Ozean. 2004.
Öl auf Holz.
Mittig in der Darstellung signiert und datiert. Verso signiert, datiert, betitelt und bezeichnet. 120 x 140 cm (47,2 x 55,1 in).

PROVENIENZ: maerzgalerie, Leipzig.
Privatsammlung Süddeutschland.

Aris Kalaizis kommt 1966 in Leipzig zur Welt. Der Sohn griechischer Einwanderer, zunächst zum Offsetdrucker sowie zum Fotolaboranten ausgebildet, schreibt sich 1992 für ein Studium an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst ein. Nach seinem Abschluss 1997 vervollkommnet er seine künstlerische Ausbildung bis 2000 als Meisterschüler von Arno Rink. Im Anschluss an seine Studienzeit unterrichtet Kalaizis bis 2001 selbst an seiner ehemaligen Ausbildungsstätte. Durch die Wahl seines Studienortes und durch die Ausbildung bei den Protagonisten der ersten und zweiten Generation der Leipziger Schule, unter ihnen Sighard Gille, Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer, Arno Rink und Werner Tübke, ist Aris Kalaizis als einer der Hauptvertreter der sogenannten "Neuen Leipziger Schule" anzuführen. An die Figuration ihrer Lehrer anknüpfend, liegt auch bei den Vertretern der "Neuen Leipziger Schule" das Hauptaugenmerk auf der gegenständlichen Malerei.

Die Werke von Aris Kalaizis bestechen nicht nur durch ihre technische Virtuosität und ihr meisterliches Kolorit, sondern faszinieren darüber hinaus durch die Geschichten, die uns der Künstler erzählt. Häufig sind traumgleiche, mysteriöse oder geheimnisvolle Szenen dargestellt, die den Betrachter einladen, sich ins Bildgeschehen hineinzuversetzen und sich in die Handlungen einzufühlen. Das vorliegende Gemälde greift mit seinem Bildtitel "Der Ozean" die dargestellte Begebenheit in mehreren Dimensionen auf: Gezeigt wird in der linken Bildhälfte eine nicht weiter charakterisierte junge Person, die ihren Kopf auf die auf der Tischplatte liegenden Arme bettet, um mit wehmütig-sehnsüchtigem Blick in ein großes bauchiges Glasgefäß, gefüllt mit Wasser, zu schauen. Dieser Blick wird gespiegelt in dem auf der rechten Bildseite gegebenen Ausblick auf einen weiten, in sanftes violettes Licht getauchten Ozean, dessen Horizont von einigen Wolken überfangen wird, was eine gleichermaßen romantische wie entrückte Stimmung erzeugt. Doch hier trügt der Schein: Was als weiter Blick inszeniert ist, entpuppt sich als Illusion, die wie eine alte Tapete von der Wand gezogen wird. Was bleibt, ist die Hoffnung auf Freiheit und Weite, der in Form der kleinen Segelboote auf grünem Grund noch zusätzlich bildhaft Ausdruck verliehen wird.

Werke des mit zahlreichen Stipendien und Preisen ausgezeichneten Künstlers sind in verschiedenen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen, so unter anderem 2005 im Kunstverein Marburg, 2006 in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung in München, 2010/11 in der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau sowie 2001 im Kunstverein Speyer. [KP].




281
Aris Kalaizis
Der Ozean, 2004.
Öl auf Holz
Schätzung:
€ 8.000
Ergebnis:
€ 10.625

(inkl. 25% Käuferaufgeld)