Auktion: 290 / Kunst des XX. Jahrhunderts und Muenchner Schule am 14.05.2004 Lot 191

 
Ewald Mataré - Mathematik-Kuh I


 
191
Ewald Mataré
Mathematik-Kuh I, 1946.
Bronze
Schätzung:
€ 15.000
Ergebnis:
€ 19.890

(inkl. 17% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung

Mathematik-Kuh I
Bronze mit goldbrauner Patina, 1946
Schilling 297a. Auf der Standfläche mit dem stilisierten Monogramm. Eines von insgesamt 12 Exemplaren. 4,4 x 11 x 7 cm ( 1,7 x 4,3 x 2,7 in).
Weitere Exemplare befinden sich im: Karl-Ernst-Osthaus-Museum, Hagen; Stedelijk-Museum, Amsterdam; Leopold-Hoesch-Museum, Düren.

PROVENIENZ: Privatsammlung Süddeutschland.

Ausstellung: Stiftungen und Schenkungen an das Leopold-Hoesch-Museum, Düren, Ausst.Kat., Düren 1980, Kat.Nr. 152 (mit Abb. eines anderen Exemplares).

LITERATUR: Albert Schulze Vellinghausen, Ewald Mataré. Anläßlich seines 60. Geburtstages, in: Prisma, 1947, I/8, S. 17.
Hanns Theodor Flemming, Ewald Mataré, München 1955, S. 25, Nr. 29a (mit Abb.).
Sammlungskatalog Karl-Ernst-Osthaus-Museum, Hagen 1961, S. 44.
Mataré, Ausst.Kat. Stedelijk Museum Amsterdam, 1964, Nr. 60 (mit Abb.).
Ewald Mataré. Ausst.Kat. Städtische Kunsthalle, Düsseldorf, 1967, Nr. 52, Abb. 27.

Die kleinen Tierplastiken von Ewald Mataré unterscheiden sich von denen der Zeitgenossen, etwa denen von Renée Sintenis, durch ihre Realitätsferne, die aber zugleich eine Realitätsnähe ist. Er hat den Tierkörper weniger in seiner Anatomie gesehen, mehr jedoch in seiner Charakteristik. Indem er den Körper gleichsam in kubische Elemente zerlegt und diese in sinnvollen Zusammenhang zueinander bringt, gelingt ihm die einmalige Synthese zwischen Abstraktion und Realität. Mataré beschränkt sich in seiner Aussage auf wenige, dafür umso charakteristischere Eigenschaften des Tieres. Sie stehen summarisch für alle, sind jedoch in ihrer Formengestalt so einprägsam, dass sie mehr über das Tier vermitteln, als eine noch so realistische Interpretation es könnte. Vor allem in den späteren Arbeiten, zu denen unsere Plastik gehört, entspricht die formale Einheitlichkeit der Gesamtform, der ihrer Details. Die Körperhaltung ist der Form angepasst. Meist sind es kauernde, lagernde Tiere, die in sich ruhend, den Gesamteindruck einer Geschlossenheit verstärken. Obwohl in der Größe nicht vergleichbar, erinnern sie doch entfernt an ostasiatische Handschmeichler. Es ist nicht die raumgreifende Plastik, die Mataré hier anstrebt. Es ist die private Nähe, mit der er seine Tiergestalten ausstattet, um sie so dem Betrachter näher zu bringen. [KD]

191
Ewald Mataré
Mathematik-Kuh I, 1946.
Bronze
Schätzung:
€ 15.000
Ergebnis:
€ 19.890

(inkl. 17% Käuferaufgeld)