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Auktion: 361 / Kunst nach 45/ Zeitgenössische Kunst am 12.12.2009 in München Lot 312.10

 
Willi Baumeister - Flucht der Kontinente

Objektbeschreibung

Öl mit Kunstharz über pastosem Spachtelkitt, auf Hartfaserplatte
Beye/Baumeister 1579. Rechts unten signiert und datiert. Verso auf der Hartfaserplatte signiert, datiert, betitelt und bezeichnet. 64,8 x 81 cm (25,5 x 31,8 in)

PROVENIENZ: Privatsammlung Süddeutschland (1951 direkt vom Künstler erworben).

AUSSTELLUNG: Gegenstandslose Malerei in Deutschland, Städtische Kunsthalle, Mannheim 1952, Kat.Nr. 7.
Willi Baumeister, Württembergischer Kunstverein, Stuttgart, 23.1.-21.2.1954, Kat.Nr. 77.
Kunst unserer Zeit, Privatsammlung Karl Ströher, Hessisches Landesmuseum, Darmstadt 1954, Kat.Nr. 11 (mit Abb.).
Deutsche Malerei - Ausgewählte Meister seit Caspar David Friedrich, Wolfsburg 1956, Kat.Nr. 1, Abb. 70.
Willi Baumeister. Gemälde und Zeichnungen, Wallraf-Richartz-Museum, Köln/Badischer Kunstverein, Karlsruhe 1965, Kat. S. 18, Nr. 41 (mit Abb.).
Willi Baumeister, Akademie der Künste, Berlin, 30.5.-4.7.1965, Kat.Nr. 43.

LITERATUR: Will Grohmann, Willi Baumeister, Stuttgart 1952, S. 59, Nr. 135 (mit Abb.).
Will Grohmann, Willi Baumeister - Leben und Werk, Köln 1963, S. 114f., Werkverzeichnis Nr. 1173 (mit Abb.).
Erika Pohl-Ströher/Ursula Ströher/Gerhard Pohl (Herausgeber), Karl Ströher - Sammler und Sammlung, Stuttgart 1982, S. 257 Nr. 37 (mit Abb.).

Während seiner Lehre als Dekorationsmaler besucht Willi Baumeister zunächst Abendkurse an der Kunstakademie in Stuttgart. Von 1909-1912 gehört er zur Kompositionsklasse Adolf Hölzels und hat erste Kontakte zu dem späteren Bauhausmaler Oskar Schlemmer, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verbinden wird. 1919/20 entstehen die ersten "Mauerbilder", Bildtafeln, die durch Beimischung von Sand und Kitt mauerähnlich reliefiert und mit kubistischem Formengut gestaltet werden. Diese Bilder bringen Baumeister den internationalen künstlerischen Durchbruch. 1928 beruft die Frankfurter Städelschule den Künstler als Leiter der Klasse für Gebrauchsgraphik, Typographie und Stoffdruck. 1930 schließt sich Baumeister dem "Cercle Carré" an, 1931 wird er Mitglied der Künstlergruppe "Abstraction-Création". Im Dritten Reich als "entartet" verfemt, kann Baumeister als Künstler kaum in der Öffentlichkeit in Erscheinung treten. Er widmet sich daher prähistorischen und orientalischen Studien, die den wesentlichen Motivfundus seiner "Eidos"-Bilder und "Ideogramme" bilden. Während des Krieges schreibt Baumeister das Buch "Das Unbekannte in der Kunst", das 1947 erstmals erscheint. In der Nachkriegsära nimmt er seine Lehrtätigkeit an der Kunstakademie in Stuttgart wieder auf.

"Während der letzten Jahre seines Lebens begann Baumeister mit einer Reihe von Zyklen, die anscheinend keine gegenständlichen, figuralen Inhalte darstellen. Das Schwarz, das in früheren Bildern gelegentlich eine wichtige Funktion besessen hatte, dehnte sich zunehmend aus, bis es in den 'Safer'-, 'Faust'-, 'Montaru-Bildern' große oder überwiegende Teile der Fläche füllte. Die Titel geben für das Verständnis keine Hinweise. Es handelt sich bei ihnen um Worte, die Assoziationen an Formen und Farben wecken. Ein Raum mit Bildern dieser Art versetzt den Betrachter in eine imaginäre Welt, einen kosmischen Raum außerhalb unseres Lebensbezirks" (Heinz Spielmann, in: Willi Baumeister. Bilder und Zeichnungen, Kunstverein Braunschweig 1977, S. 10).

Baumeister zählt durch sein umfassendes ¼uvre und seine grundlegenden kunsttheoretischen Schriften zu den wichtigsten deutschen Künstlern der Moderne. Sein in viele Werkgruppen gegliedertes ¼uvre, eingangs noch dem Gegenständlichen verhaftet, zeigt eine immer abstrakter werdende Formensprache. [KD].

312.10
Willi Baumeister
Flucht der Kontinente, 1949.
Öl
Schätzung:
€ 40.000
Ergebnis:
€ 48.800

(inkl. 22% Käuferaufgeld)
 


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