Auktion: 361 / Kunst nach 45/ Zeitgenössische Kunst am 12.12.2009 in München Lot 307

 
Rupprecht Geiger - OE 279

307
Rupprecht Geiger
OE 279, 1958.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 30.000
Ergebnis:
€ 57.340

(inkl. 22% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung

Öl auf Leinwand
Dornacher/Geiger 233. Verso signiert. Auf dem Keilrahmen zweifach datiert sowie bezeichnet. 85 x 100,5 cm (33,4 x 39,5 in)

PROVENIENZ: Privatsammlung Süddeutschland.

Rupprecht Geiger wird 1908 als Sohn des Malers und Grafikers Willi Geiger in München geboren. Seine Kindheit und Jugend verbringt Geiger in München und den Voralpen Oberbayerns. 1924 geht die Familie für ein Jahr nach Spanien. Bereits zu dieser Zeit beginnt Geiger zu zeichnen und zu aquarellieren. 1926, ein Jahr nach der Rückkehr aus Spanien, tritt er in die Architekturklasse von Eduard Pfeiffer an der Kunstgewerbeschule in München ein. 1935 absolviert Geiger das Schlussexamen als Architekt und verbringt ein halbes Jahr mit seinem Vater in Rom. Fortan arbeitet Geiger in einem Münchner Architekturbüro, bis er 1940 an die Front in Russland eingezogen wird. In dieser Zeit entstehen dunkeltonige Landschaftsaquarelle. 1942 kommt Geiger für kurze Zeit wieder nach Deutschland und beginnt dann als Kriegsmaler in der Ukraine zu arbeiten. Nach Kriegsende kehrt Geiger nach München zurück. 1948 wird sein erstes abstraktes Bild im "Salon des Réalistes Nouvelles" in Paris ausgestellt. Ein Jahr später gründet Geiger zusammen mit Baumeister, Matschinsky-Denninghoff und Winter die Gruppe "ZEN 49".
In den fünfziger Jahren findet Geiger den für ihn kennzeichnenden Stil, für den unser Werk ein wunderbares Beispiel darstellt. Der Künstler arbeitet mit Komplementärkontrasten - wie Orange und Blau - in Kompositionen von Formen, die sowohl organisch als auch geometrisch ausgebildet sind. Geiger spielt mit den Wirkungen von monochromen und modulierten Farbflächen und schafft damit zwei- und dreidimensionale Effekte, vor- und zurückspringende Ebenen, matte und leuchtende Partien, statische Ruhe und pulsierende Lebendigkeit.
In den Jahren 1959 bis 1977 nimmt Geiger mehrmals an der documenta in Kassel teil. 1962 gibt er seine Tätigkeit als Architekt ganz auf, um sich ausschließlich der Malerei zu widmen. 1965 wird Geiger als Professor an die Düsseldorfer Akademie berufen; die Professur nimmt er bis 1976 wahr. Seit 1982 ist Geiger Mitglied der Akademie der Schönen Künste in München. Der Künstler lebt und arbeitet in München. [NB].

307
Rupprecht Geiger
OE 279, 1958.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 30.000
Ergebnis:
€ 57.340

(inkl. 22% Käuferaufgeld)