Auktion: 361 / Kunst nach 45/ Zeitgenössische Kunst am 12.12.2009 in München Lot 304

 
Rupprecht Geiger - 402/64


304
Rupprecht Geiger
402/64, 1964.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 30.000
Ergebnis:
€ 61.000

(inkl. 22% Käuferaufgeld)

Öl auf Leinwand
Dornacher/Geiger 373. Verso signiert und datiert. Auf dem Keilrahmen handschriftlich betitelt. 90 x 95 cm (35,4 x 37,4 in)

PROVENIENZ: Galerie Wilbrand, Köln (auf dem Keilrahmen mit dem Stempel).
Privatsammlung Süddeutschland.

Rupprecht Geiger wird 1908 als einziges Kind des Malers und Grafikers Willi Geiger in München geboren. Seine Kindheit und Jugend verbringt Geiger in München und den Voralpen Oberbayerns. 1924 geht die Familie für ein Jahr nach Spanien, wo Geiger das "Colegio aleman" in Madrid besucht und seinen Vater auf Reisen zu den Kanarischen Inseln und nach Marokko begleitet. Bereits zu dieser Zeit beginnt Geiger zu zeichnen und zu aquarellieren. 1926, ein Jahr nach der Rückkehr aus Spanien, tritt er in die Architekturklasse von Eduard Pfeiffer an der Kunstgewerbeschule in München ein. 1935 absolviert Geiger das Schlussexamen als Architekt und verbringt ein halbes Jahr mit seinem Vater in Rom. Fortan arbeitet Geiger in einem Münchner Architekturbüro, bis er 1940 an die Front in Russland eingezogen wird. In dieser Zeit entstehen dunkeltonige Landschaftsaquarelle. 1942 kommt Geiger für kurze Zeit wieder nach Deutschland und arbeitet dann als Kriegsmaler in der Ukraine. Nach Kriegsende kehrt Geiger nach München zurück. 1948 wird sein erstes abstraktes Bild im "Salon des Réalistes Nouvelles" in Paris ausgestellt. Ein Jahr später gründet Geiger zusammen mit Baumeister, Matschinsky-Denninghoff und Winter die Gruppe "ZEN 49". In den fünfziger Jahren findet Geiger den für ihn kennzeichnenden Stil. In den Jahren 1959 bis 1977 nimmt Geiger mehrmals an der documenta in Kassel teil. 1962 gibt er seine Tätigkeit als Architekt ganz auf, um sich ausschließlich der Malerei zu widmen.
Mit seinen abstrakten Farbkompositionen wird Rupprecht Geiger zu einem der Hauptvertreter der Farbfeldmalerei in Deutschland. Seit Anfang der 1960er Jahre entfernt er sich von den formenreichen, mit Komplementärkontrasten arbeitenden Werken hin zu Kompositionen mit verwandten Farbtönen - meist in den Farbgruppen Orange-Rot-Pink oder Blau-Schwarz. Ihre außergewöhnliche Wirkung erhalten die Arbeiten durch das scharfkantige Ineinanderstoßen der Farbfelder und die sanfte Modulation innerhalb der Farbflächen. Unser Werk in warmem Rot und leuchtendem Orange zeigt diese Kompositionselemente in faszinierender Weise: Vor den Augen des Betrachters erweitert sich die Fläche zu einem dreidimensionalen Farbraum, der intensiv zu glühen und sich fortwährend zu verändern scheint.
Von 1965 bis 1976 bekleidet Rupprecht Geiger einen Lehrstuhl an der Düsseldorfer Akademie. Der Künstler lebt und arbeitet in München. [NB].




304
Rupprecht Geiger
402/64, 1964.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 30.000
Ergebnis:
€ 61.000

(inkl. 22% Käuferaufgeld)