Auktion: 343 / Kunst nach 45 / Zeitgenössische Kunst am 04.12.2008 in München Lot 506

 



506
Heinz Kreutz
Sol, 1957.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 3.000
Ergebnis:
€ 7.686

(inkl. 22% Käuferaufgeld)

Sol. 1957.
Öl auf Leinwand.
Kretschmann-Muche G 305. Links in der Darstellung signiert und datiert. Verso nochmals signiert und datiert, betitelt sowie mit einem Richtungspfeil. Auf dem Keilrahmen mit einer Richtungsbezeichnung. 50,5 : 60,5 cm (19,8 : 23,8 in). [NB] „Jedenfalls sollte man an dieser Ausstellung nicht vorbeigehen“, heißt es am 17. Dezember 1952 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Gemeint ist eine kleine Ausstellung in der Zimmergalerie des Versicherungsangestellten Klaus Franck im Frankfurter Westend. Zu sehen sind dort 13 abstrakte Gemälde von vier Künstlern. Noch am Eröffnungsabend schreibt der Dichter René Hinds ein Gedicht, in dem er die vier ausstellenden Künstler als Quadriga bezeichnet - was unspektakulär beginnt, wird zur programmatischen Quadriga-Ausstellung und ersten Manifestation der informellen Kunst in Deutschland werden.
Die vier Maler sind Karl Otto Götz, Otto Greis, Bernard Schultze und Heinz Kreutz. Letzterer ist der Jüngste der vier. 1938-40 macht Heinz Kreutz eine Ausbildung als Fotograf. 1940-44 wird er als Soldat einberufen. Seine Laufbahn als Künstler beginnt Heinz Kreutz 1944 als Autodidakt. 1948 lernt er Bernard Schultze kennen, mit dem er sich anfreundet. 1951 ist er ein halbes Jahr in Paris, wo eine erste Einzelausstellung stattfindet, 1952 folgt die Quadriga-Ausstellung. 1954 beginnt Kreutz damit, eine eigene Farbenlehre zu erarbeiten, die er 1965 fertig stellt. Sie wird jedoch erst 1973 publiziert. 1955 nimmt Heinz Kreutz an der Ausstellung „Peintures et sculptures non-figuratives en Allemagne d’aujourd’hui“ im Cercle Volnay in Paris teil. 1957 findet die Ausstellung „Lebendige Farbe - Couleur vivante“ im Städtischen Museum Wiesbaden statt. Ebenso ist Kreutz 1957/58 an der Ausstellung der Kunsthalle Mannheim „Eine neue Richtung der Malerei“ beteiligt. Ab 1960 richtet er sich ein Atelier in Paris ein, 1967 erhält er ein Stipendium der Cité Internationale des Arts in Paris.
1998 äußert sich Heinz Kreutz über seine Kunst: „Ich erahnte damals, dass meine künstlerische Arbeit sich darstellen würde als Bewegung und Begegnung von Farbe zwischen Licht und Dunkel.“ In der Tat sind die Farbe und ihre Erscheinung im Licht das Hauptthema seiner Kunst. In den 1960er Jahren wendet er sich vorübergehend von der Ölmalerei und der informellen Kunst ab. In seinem Spätwerk knüpft Kreutz jedoch wieder an sein farbensprühendes Frühwerk an, verwendet zudem neben Öl- auch Pastellfarben. 1971-73 ist Heinz Kreutz Gastdozent an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach. Seit 1976 lebt und arbeitet er im oberbayerischen Antdorf.

Guter Gesamteindruck. Mit geringfügigem Craquelé.




506
Heinz Kreutz
Sol, 1957.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 3.000
Ergebnis:
€ 7.686

(inkl. 22% Käuferaufgeld)