Auktion: 316 / Kunst nach 45 am 12.06.2007 in München Lot 303

 
Max Ackermann - An die Freude (1956/57)


 
303
Max Ackermann
An die Freude (1956/57), 1956.
Tempera
Schätzung:
€ 14.000
Ergebnis:
€ 27.600

(inkl. 20% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung

An die Freude (1956/57). 1956.
Tempera und Öl auf Sperrholz.
Rechts unten signiert und datiert. Verso nochmals signiert, datiert "1956" (später mit Grafit korrigiert "1957") und betitelt sowie mit der hs. Werkverzeichnisnummer. 99,5 x 52,5 cm ( 39,1 x 20,6 in).

Die Arbeit ist im Max-Ackermann-Archiv, Bietigheim-Bissingen, unter der vorläufigen Werkverzeichnisnummer "ACK 4171" verzeichnet

PROVENIENZ: Privatsammlung Süddeutschland (1980 bei Galerie Fischinger, Stuttgart, erworben).

Max Ackermann beginnt seine künstlerische Ausbildung zunächst in Weimar bei Henry van der Velde und in Dresden bei Gotthardt Kuehl. 1909 geht er nach München, um sich an der Kunstakademie in der Malklasse von Franz von Stuck weiterzubilden. Die Begegnung mit dem Maler Adolph Hölzel bringt Ackermann zur gegenstandsfreien Malerei. Parallel zu den ab 1912 entstehenden abstrakten Bildern malt Ackermann jedoch bis in die vierziger Jahre hinein weiterhin auch gegenständlich. Die erste Einzelausstellung figurativer und abstrakter Arbeiten findet 1924 im Kunstgebäude Stuttgart statt. 1930 gründet Ackermann an der Stuttgarter Volkshochschule ein Seminar für "Absolute Malerei". Als er 1936 Lehrverbot erhält, zieht er sich nach Hornstaad am Bodensee zurück - ein Ort, der zur Malerkolonie wird. Auch Helmuth Macke, Otto Dix und Erich Heckel siedeln sich hier an. Nach dem Krieg kann Ackermann seine Arbeiten in einer ersten Ausstellung im Salon des Réalités in Paris präsentieren. 1949 nimmt er an der Züricher Ausstellung "Kunst in Deutschland 1930-49" teil. 1952 hält Ackermann mit Wolfgang Fortner in Hornstaad ein Seminar über Malerei und Musik. Bereits seit den 1930er Jahren lässt Ackermann gelegentlich Schallplatten in seinen Seminaren laufen. Neben Strawinsky und Mozart begeistern ihn im Alter auch Bach und Beethoven.

Über das Musikalische in den Arbeiten von Ackermann ist viel geschrieben worden. Mit dem Titel "An die Freude" ist sicherlich das Gedicht von Schiller in der Vertonung durch Beethoven gemeint. Bei Ackermann, der das Thema mehrfach realisiert hat, ist die Freude leicht und sprühend. Der Wohllaut der Töne ist nachvollziehbar, folgt man den spiralig sich nach oben bewegenden Klangfiguren. Dem Künstler gelingt es, primäre Assoziationen zu wecken und sie zu visualisieren. Die Freude muss bei ihm nicht erst lange herbeigerufen werden, sie ist da und präsent.

1956 beruft der "Künstlerbund Baden-Württemberg" Ackermann als Nachfolger des verstorbenen Willi Baumeister in den "Rat der Zehn". 1967 zeigt eine Retrospektive Gemälde des Künstlers aus den Jahren 1908 bis 1967 in Koblenz, Kaiserslautern, Konstanz, Wolfsburg und Köln. 1975 stirbt Ackermann im Alter von 88 Jahren. [KD]

Zustand: In guter farbfrischer Erhaltung. Kanten partiell mit winzigen Farbverlusten, vereinzelte winzige Farbverluste in der Darstellung, die Gesamtwirkung nicht beeinträchtigend. Stellenweise geringfügig berieben.

303
Max Ackermann
An die Freude (1956/57), 1956.
Tempera
Schätzung:
€ 14.000
Ergebnis:
€ 27.600

(inkl. 20% Käuferaufgeld)