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Systemic Painting

Die Bezeichnung "Systemic Painting" geht auf eine Ausstellung zurück, die 1966 im New Yorker Guggenheim Museum stattfand. Kurator der Ausstellung war Lawrence Alloway (1926-90), der mit dem Titel der Ausstellung zugleich die Bezeichnung der Kunstrichtung formte.
Ein zentrales formales Kennzeichen des Systemic Painting ist die Darstellung von elementaren, an geometrischen Figuren orientierten, zum Teil scharf begrenzten Farbflächen, die in ihrer ausgeprägt flächigen Auffassung den individuellen Duktus des ausführenden Künstlers zu negieren scheinen. Diese Merkmale finden sich auch in den Werken der Künstler, unter ihnen Jo Baer, Dean Fleming, Al Held, Ralph Humphrey, Ellsworth Kelly, Kenneth Noland und Frank Stella, die in der Ausstellung "Systemic Painting" gezeigt wurden.
Die Bedeutung des Terminus "systemic" für das Ausstellungsprojekt wurde sogar in die Gestaltung des Ausstellungskataloges einbezogen, indem man die etymologische Klärung des Begriffes auf dem Einband abdruckte, wodurch einmal mehr die Organisiertheit des künstlerischen Schaffensprozesses und die bildimmanente Ordnungsstruktur dieser Kunstform betont wurden.
Aufgrund der genannten Merkmale sind die Entwicklungslinien des Systemic Painting unmittelbar von der Hard Edge-Malerei herzuleiten, die ähnliche Prinzipien verfolgte. Daher besteht eine Schnittmenge zwischen den Vertretern des Hard Edge und des Systemic Painting.
Die kunsthistorische Einordnung des Systemic Painting ist diffizil, liegt diese Kunstrichtung doch zwischen Hard Edge und Minimal Art. Erschwert wird diese Fragestellung zudem dadurch, dass der Begriff Systemic Painting häufig als sinnverwandte Bezeichnung für Kunstwerke aus dem Umfeld der Minimal Art benutzt wird, da einige der ausgestellten Werke heute zu diesem Kunststil hinzugezählt werden.


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