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Stuckismus

Im Umfeld der neuen figurativ-gegenständlichen Tendenzen entwickelte sich Ende der 1990er Jahre in England mit dem "Stuckismus" eine Gegenbewegung zu den Young British Artists. Der Gründung der Gruppe im Jahr 1999 vorausgegangen war ein Streit zwischen Billy Childish (geb. 1959) und Tracey Emin, die zu den führenden Künstlerinnen der Young British Artists zählt, in dessen Verlauf Tracey Emin die ihrer Ansicht nach überholte Malerei von Billy Childish mit dem Wort "stuck" (dies lässt sich im Deutschen in etwa mit "festgefahren" übersetzen) kommentierte. Diese Aussage lieferte Billy Childish, Charles Thomson (geb. 1953) und elf weiteren Künstlern zugleich die passende Bezeichnung für ihre Bewegung. "Stuck! Stuck! Stuck!" war schließlich der Titel der ersten Stuckisten-Ausstellung, die 1999 in der Gallery 108 in London stattfand. Wichtige Projekte der Stuckisten sind die in Opposition zu den von den Vertretern der Young British Art dominierten Turner Prize-Schauen veranstalteten Aktionen, beispielsweise "The REAL Turner Prize show" vom Oktober 2000.
Im wichtigsten Stuckisten-Manifest, das Billy Childish und Charles Thomson 1999 formulierten, wurde zunächst die gegenständliche Malerei als die einzig wahre Kunst ausgerufen.
Heute lassen sich die Werke der Stuckisten nicht mehr unter einem gemeinsamen formalen Nenner fassen - weltweit existieren fast 200 Gruppen. Zu den Zentren der Stuckismus-Bewegung in Deutschland zählten unter anderem Hamburg, Stuttgart, München, Göttingen und Berlin. Wichtige deutsche Vertreter sind Meral Ismail, Peter Klint, Christian Malsch, Denise Reichenbach, Olaf Scherken, Frank Christopher Schröder, Andreas Torneberg und Mary von Stockhausen. Bevor die deutsche Stuckisten-Bewegung, die sich ab 2007 "Konglomerat" nannte, 2008 schließlich ganz eingestellt wurde, kuratierten die Mitglieder unter anderem die sogenannte "Stuckomenta".


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