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Spazialismo

Der Begriff "Spazialismo" bezeichnet eine Kunstrichtung, die 1946 von Lucio Fontana (1899-1968) ins Leben gerufen wurde. Im selben Jahr postulierte Lucio Fontana die grundlegenden Prämissen des Spazialismo im "Manifesto Blanco", das der Künstler während des Zweiten Weltkrieges in Argentinien entworfen und schließlich in Buenos Aires veröffentlicht hatte. Dem ersten Manifest folgten in den kommenden Jahren weitere Publikationen.
Die grundsätzliche Überlegung von Lucio Fontana und seinen Mitstreitern war es, dass ein Bild seine plane Oberfläche und damit seine Zweidimensionalität aufgeben und sich dem Raum zuwenden müsse. Vor diesem Hintergrund erscheint die Wahl des Begriffes "Spazialismo" äußerst sinnfällig, ist "spazio" doch das italienische Wort für "Raum". Zugleich plädierten die Vertreter des Spazialismo, neben Lucio Fontana waren dies unter anderem Mario Deluigi (1901-78) und Tancredi (Tancredi Parmeggiani, 1927-64), dafür, den neu gewonnenen Raum mit Farben und einer zeitlichen Dimension zu verknüpfen, um sich darüber neuen Bildlösungen anzunähern.
Lucio Fontana gelangte in der Folge zu den berühmtesten künstlerischen Umsetzungen dieser Forderungen, indem er in die Leinwand schnitt und die Bildoberfläche durch Schlitze, Löcher und Einkerbungen in ein dreidimensionales, skulptural aufgefasstes Werk verwandelte. Dabei sind unterschiedliche Bildöffnungen zu entdecken, die manchmal singulär stehen, manchmal auch spannungsreiche Verbindungen mit der zusätzlich auf die Leinwand aufgebrachten Farbe eingehen. Eindrucksvoll setzte Lucio Fontana dieses Vorgehen auch innerhalb seines umfangreichen graphischen Oeuvres um.


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