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Sozialistischer Realismus

Die ideologischen Wurzeln des sozialistischen Realismus liegen im Marxismus-Leninismus und dessen grundsätzlicher Vorstellung von einer Klassengesellschaft. Vor diesem Hintergrund entstand in der Sowjetunion die Kunst des sozialistischen Realismus zunächst aus einem revolutionär geprägten Bewusstsein, ehe sie allmählich immer mehr zur propagandistischen Staatskunst umfunktioniert wurde.
Der sozialistische Realismus ist sowohl in der Malerei, in der Bildhauerei und in der Architektur als auch in den angewandten Künsten fassbar und in seiner Bildsprache den drei grundlegenden Prämissen Qualität, Wahrheit und Parteilichkeit verpflichtet.
Bereits ab 1917 gehörte im Angesicht des Ersten Weltkrieges und der Oktoberrevolution insbesondere der gesellschaftliche und sozialistische Aufbruch zum bevorzugten Themenspektrum der Künste. Kennzeichnend war für diese Frühphase ein Stilpluralismus, in dem abstrakte und gegenständliche Kunstrichtungen gleichberechtigt vorkamen.
Unter Josef Stalin erklärte das Zentralkomitee der KPdSU im Jahr 1932 den sozialistischen Realismus zur gültigen und verbindlichen Ästhetik der Sowjetunion, die bis zum Zusammenbruch des Landes Bestand haben sollte. Von nun an war der sozialistische Realismus die einzige akzeptierte Kunstform, die sich vornehmlich in wirklichkeitsnahen, populistischen und leicht verständlichen Propagandagemälden niederschlug. Die Prinzipien des sozialistischen Realismus wirkten auch auf die Ausformung von Staatskunst unter anderem in der DDR und in China.
Wichtige Vertreter des sozialistischen Realismus sind Tatjana Jablonskaja, Isaak Brodski, Alexander Deineka, Viktor Popkow, Wassilij Jefanow und Alexander Gerassimow.


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