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Schildersbent

Die Romreise war im 17. Jahrhundert auch für viele niederländische Künstler obligatorisch. In der Fremde fanden sich die Landsleute zusammen - so auch im Falle der Vereinigung "Schildersbent", der flämische und holländische Künstler in Rom angehörten, die sich auch die "Bentvueghels" nannten. Die Vereinigung bestand seit etwa 1620 und geriet schon bald in Verruf, insbesondere aufgrund der ausschweifenden und deftigen sogenannten "Bent-Taufen", welche die Mitglieder teilweise auch in ihren Werken thematisierten. Bei diesen Einweihungsriten erhielten die Künstler auch einen "Bent-Namen" - so wurde van Baburen etwa vielsagend "Biervlieg" gerufen, Otto Marseus van Schrieck "Snuffelaer" und Cornelis van Poelenburgh "Satyr".
Insgesamt wählten die "Bentvueghels" gerne derb-humoristische Sujets in der Tradition des Pieter van Laer (um 1599-1642), dessen Bent-Name "Il Bamboccio" (die Lumpenpuppe) einer ganzen Gattung den Namen gab (Bambocciade). Zu den Mitgliedern zählten aber auch Künstler, die andersgeartete Werke schufen, etwa Landschaften wie im Falle des Cornelis van Poelenburgh (um 1586/95-1667). Weitere der zahlreichen Mitglieder der Vereinigung waren u.a. Jan van Bijlert (um 1598-1671), Paulus Bor (um 1601-69), Jean Ducamps (um 1600-83) und Bartholomeus Breenbergh (vor 1598-1657).
1720 verbot Papst Clemens XI. die bacchantischen und satirischen Initiationsriten der Gruppierung, die in der Folgezeit augenscheinlich auch keine große Bedeutung mehr hatte.


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