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Präzisionismus

Innerhalb des amerikanischen Realismus ist der Präzisionismus als eigene Strömung abzugrenzen, die ihren Höhepunkt in der Zeit zwischen den Weltkriegen erreichte. Hauptvertreter des Präzisionismus sind Ralston Crawford (1906-78), Charles Demuth (1883-1935), Preston Dickinson (1891-1930), Georgia O'Keeffe (1887-1986), Louis Lozowick (1892-1973) und Charles Sheeler (1883-1965).
Das einende und stilbildende Charakteristikum des Präzisionismus liegt in der Auswahl der Bildthemen. Bevorzugt wurden große Maschinen, Turbinen, Hochhäuser, Fabrikanlagen, Industrielandschaften und Schornsteine dargestellt. In Entsprechung zu den technoiden, menschenleeren und fast steril anmutenden Sujets war die Bildsprache des Präzisionismus von einer kühlen Präzision geprägt, die Kompositionen sind geometrisch aufgefasst, gerade und scharf gezogene Konturlinien fungieren als ordnende Bildelemente - hier wirkten Kubismus und Futurismus als Stichwortgeber. Die Farbpalette wird von gedämpften, mit Weiß, Grau und Braun abgemilderten Tönen beherrscht. Häufig nutzten die Künstler Fotografien als Vorlagen, so auch Georgia O'Keeffe, die mit dem Galeristen und Fotografen Alfred Stieglitz verheiratet war. Einzig in Georgia O'Keeffes Oeuvre finden sich darüber hinaus vegetabile und florale Sujets: Ihre in starker Nahsicht abgebildeten Blüten entziehen sich durch die extreme Vergrößerung der realistischen Bildsprache und nähern sich, auch durch das teils expressive Kolorit, der Abstraktion, wodurch die Künstlerin eine Sonderstellung im Kreis des Präzisionismus einnimmt.


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