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Jagdliteratur

Von der ursprünglich wohl recht umfangreichen Jagdliteratur der Antike, die offensichtlich vor allem die Treibjagd mit Hunden behandelt, ist wenig erhalten. Die mittelalterliche Jagdliteratur behandelt darüber hinaus vor allem die Falkenjagd. Zu deren berühmtesten Werken gehört das Falkenbuch Kaiser Friedrichs II., welches u. a. auf Wissen aus dem islamischen Kulturkreis zurückgreift. Der größte Teil der Jagdliteratur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit stammt aus dem französischsprachigen Raum von Autoren wie J. Franchières, G. Tardif, Arthelouche de Alagona und G. Bouchet.

Erst im 16. und 17. Jahrhundert erscheinen auch deutsche Übersetzungen, wie das berühmte Neuw Jag unnd Weydwerck-Buch (Frankfurt 1582) mit Holzschnitten von Jost Amman. Im Zuge einer zunehmenden Rechtskodifizierung widmet sich die Jagdliteratur des 16. Jahrhundert zunehmend juristischen Fragen, die teilweise auch in der Hausväterliteratur behandelt werden.

Als klassische Zeit der Jagdliteratur gilt das 18. Jahrhundert. Während sich die französische Jagdliteratur dieser Zeit vorwiegend der Parforcejagd widmet, bei der das Hauptinteresse dem Jagderlebnis selbst und nicht der Beute gilt, bildet sich in Deutschland eine umfangreiche Jagdliteratur zur teutschen Jagd aus. H. F. von Flemmings Der vollkommene teutsche Jäger (Leipzig 1719-24) oder H. W. Döbels Neu eröffnete Jäger-Practica (Leipzig 1746) beschreiben hier die besonders vorbereitungsintensive Jagd mit Netzen. Die Verbürgerlichung der Jagd im 19. Jahrhundert bringt ebenso die Neuedition älterer Standardwerke der Jagdliteratur hervor, wie eine Flut von Neuerscheinungen aktueller Jagdalamanache, -handbücher und -zeitschriften. Darüber hinaus wird die Jagdliteratur des 19. und 20. Jahrhunderts um Reise- und Erlebnisberichte bereichert, die beispielsweise die Waid in Afrika und Nordamerika beschreiben.

Die umfangreichste Bibliographie zur deutschen Jagdwissenschaft ist K. Lindners, Bibliographie der deutschen und der niederländischen Jagdliteratur von 1480 bis 1850.



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