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Hard Core

Als Hard Core (englisch hard core = harter Kern) wird eine Sonderform der amerikanischen Pop Art bezeichnet, welche die Gegenstände in betont kühler und distanzierter Manier darstellt. Maltechnisch nähert sich die Hard Core-Malerei mit ihren exakt umrissenen Formen stellenweise bereits dem Fotorealismus.
Die Künstler des Hard Core suchten häufig das Unpersönliche in der Kunst. Die Werke dieser Strömung sind demnach von einer größeren Nüchternheit gekennzeichnet als die der zeitgleichen Pop Art, wenngleich Pop Art und Hard Core nicht streng voneinander zu trennen sind. Nicht zuletzt die Sujets schaffen klar die Verbindung zwischen Pop Art und Hard Core: Oftmals wurden die Themen der Reklame und dem Massenprodukt entlehnt, so etwa im Fall von Mel Ramos (geb. 1935). Der Kalifornier hatte sich in den frühen 1960er Jahren zunächst intensiv mit Comicfiguren beschäftigt und arrangierte wenig später mit Vorliebe Pin Up-Girls in aufreizenden Posen in Kombination mit Massenprodukten. Auf diese Weise schuf er zahlreiche Kunstwerke von betont werblicher Bildsprache, die in ihrer erotischen Aufladung und zugleich in ihrer scheinbaren Banalität die oft auf sexuellen Reizen basierenden Mechanismen von Werbung thematisieren.
Wayne Thiebaud (geb. 1920) wird ebenfalls mit der Strömung des Hard Core in Verbindung gebracht. Er widmete sich in seinen Werken häufig Lebensmitteln, die er in distanzierender Isolation zeigte. Das Gemälde "Three Machines" von 1963, das drei exakt nebeneinanderstehende, gleichförmige Kaugummikugelautomaten abbildet, kann diese Tendenz in seinem Werk beispielhaft verbildlichen.
Auch Roy Lichtenstein wird gelegentlich als Vertreter einer Hard Core-Malerei genannt.


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