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Hagenbund

Neben der "Wiener Secession" war der "Hagenbund" die zweite wichtige Ausstellungsvereinigung abseits des offiziellen "Künstlerhauses" in Wien. Die Mitglieder des "Hagenbunds" folgten dem Beispiel der Secession und traten 1900 ebenfalls aus der "Genossenschaft bildender Künstler Wiens" aus. Ab 1902 veranstalteten sie in der Zedlitzhalle eigene Ausstellungen. Der "Hagenbund" übernahm nicht nur räumliche und inhaltliche Ausstellungsstrategien der "Secession", sondern auch ihre graphische Gestaltung. Allerdings stand beim "Hagenbund" die Malerei, vor allem die Landschaft, im Mittelpunkt des Interesses.
Das Werk der "Hagenbund"-Mitglieder zeigt eine große stilistische Vielfalt, die vom Naturalismus eines Ludwig Ferdinand Grafs bis zum "Divisionismus" von Rudolf Junk reicht. Vor dem Ersten Weltkrieg spielte der "Hagenbund" in der Wiener Kunstszene eine wichtige Rolle, wobei berühmte Künstler wie Egon Schiele und Oskar Kokoschka dort als Gäste ausgestellt haben. So waren die Grenzen zwischen dem "Hagenbund" und der "Secession" bzw. ab 1905 der "Klimt-Gruppe" relativ fließend, obwohl der "Hagenbund" als etwas konservativer als die anderen Vereinigungen gilt.
Viele der Mitglieder des "Hagenbunds" entwickelten sich allerdings erst zwischen den Kriegen zu führenden Vertretern der österreichischen Kunst. Dazu zählen unter anderen Joseph Urban, Heinrich Lefler, Oskar Laske und Georg Merkel. Der "Hagenbund" blieb bis zur Auflösung 1938 durch die Nationalsozialisten die maßgebliche Künstlervereinigung Österreichs während der Zwischenkriegszeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der "Hagenbund" neu gegründet.


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