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Gruppo degli Otto

Neben der Gruppe "Arte Nucleare" formierte sich in Italien mit der "Gruppo degli Otto" (auch: "Otto pittori italiani") eine weitere Künstlergruppe, die der Strömung der informellen Kunst zugerechnet werden kann.
1952 schlossen sich mehrere italienische Maler zur "Gruppo degli Otto" zusammen. Der Name der Gruppe bezieht sich auf die acht Gründungsmitglieder. Sechs von ihnen - Renato Birolli, Antonio Corpora, Ennio Morlotti, Emilio Vedova, Giuseppe Santomaso und Giulio Turcato - waren Mitglieder der bis 1952 bestehenden Gruppe "Fronte nuovo delle arti" gewesen; ferner zählten Mattia Moreni und Afro Basaldella zu den Initiatoren der "Gruppo degli Otto".
Bemerkenswert ist die künstlerische Entwicklung der "Gruppo degli Otto": Waren die Mitglieder in der Anfangsphase einem eher kubistischen und geometrisch-abstrakten Malstil verpflichtet, so veränderte sich die Kunstauffassung in der Folgezeit und man wandte sich verstärkt dem Informel und dem Tachismus zu. Unter diesem Einfluss fand beispielsweise Ennio Morlotti (1910-92) zu einer gesteigerten gestischen Bildsprache mit kraftvoll-expressivem, bisweilen pastosem Farbauftrag.
Charakteristisch für die Gemälde der Vertreter der "Gruppo degli Otto" ist, dass trotz der Hinwendung zur gestischen Kunstäußerung zwischen den impulsiv auf die Leinwand geworfenen Pinselhieben das geometrisch-lineare Erbe immer wieder durchbricht.
Schon in ihrem Gründungsjahr 1952 war die "Gruppo degli Otto" auf der Biennale in Venedig vertreten und wurde hier öffentlich wahrgenommen. Die Gruppe löste sich jedoch bereits nach zweijähriger Bestehenszeit 1954 wieder auf. Nichtsdestotrotz führten die ehemaligen Mitglieder ihre Arbeit als Künstler fort.


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