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Gruppe Neuer Realismus

Emil Scheibe, der bereits im Jahr 1954 figurativ arbeitende Maler in der Gruppe "Münchner Realisten" vereinen konnte, war im Jahr 1960 Gründungsmitglied der Gruppe "Neuer Realismus", die im April des Folgejahres mit einer Ausstellung im Pavillon des Münchner "Alten Botanischen Gartens" an die Öffentlichkeit trat.
Die Mitglieder der Gruppe "Neuer Realismus", die dem herrschenden Zeitgeschmack zum Trotz gegenständlich arbeiteten, verstanden sich keineswegs als rückwärtsgewandte Reaktionäre, sondern vielmehr als zukunftsweisende Visionäre. Dies bezeugen die manifestartigen "8 Punkte des 'Neuen Realismus'", die dem Ausstellungskatalog von 1961 beigegeben sind und aus der Feder des "Gruppenleiters" Albert Heinzinger (1911-92) stammen: Ziel des "Neuen Realismus" sollte es demnach sein, die "Wahrheit unseres heutigen Lebens" im Bild zu zeigen. Dabei erklärte sich die Gruppe "Neuer Realismus" aufgrund ihrer neuartigen, einer gewandelten Zeit verpflichteten Sicht auf das Gegenständliche zur eigentlichen Avantgarde, während die "Formauflösung bereits zur Akademie erstarrt" sei. Die Kunst des "Neuen Realismus" sollte daneben gemäß ihrer Funktion, an der "Bewußtseinsbildung des Menschen" teilzuhaben, dem Betrachter zugänglich sein und auf ihn Wirkung ausüben. Abgelehnt wurden eine "l`art pour l`art"-Auffassung ebenso wie der impulsive und instinktive gestische Zugriff des Informel.
Neben Albert Heinzinger (1911-92) und Emil Scheibe (1914-2008) rechneten Ernst Oberle, Walter Rose, Hannes Rosenow, Ludwig Scharl und Alfred Leithäuser zur Gruppe. Auf der Ausstellung waren ferner die Bildhauer Will Elfes, Marianne Lüdicke und Karl Röhrig sowie die Maler Gerhart Bettermann, Werner Rieger, Georg Kupke, Thomas Häfner, Karl Heinz Stannek, Malte Sartorius, Robert Förch, Josef Löflath und Erhard Michel vertreten, die in den Umkreis der Gruppe "Neuer Realismus" einzuordnen sind.


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