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Geometrische Abstraktion 1945-1960

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sollte die abstrakte Kunst die verbindliche Konstante des Kunstschaffens sein. Neben der gestisch-expressiven und lyrischen Abstraktion ist die geometrische Abstraktion als wichtige künstlerische Position fassbar zu machen.
Die Wurzeln der geometrischen Abstraktion sind in der geometrisch geprägten Avantgardekunst der ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts, bei Künstlern wie Piet Mondrian, László Moholy-Nagy, Kasimir Malewitsch, Robert Delaunay und Auguste Herbin, zu finden. Denn es war gerade diese Kunstrichtung, die durch eine innere Klarheit, ihre geordnete Struktur und ihre logischen Gesetzmäßigkeiten bestach. In diesem Sinne entsprach auch die geometrische Abstraktion nach 1945 dem Prinzip, die Welt systematisch zu erfassen und über die Kunst ebenso sinnlich wie rational verstehbar zu machen. Dabei näherte sich die Kunstproduktion der Präzision wissenschaftlichen Arbeitens.
Dies- und jenseits des Atlantik fand in der Folge das seit den 1910er Jahren vorgeprägte Formenvokabular, das vorzugsweise aus geometrischen Grundformen bestand und die Gerade sowie den (rechten) Winkel betonte, in mathematisch durchdrungenen Kompositionen visuellen Ausdruck. Nicht selten führten Künstler ihr vor dem Zweiten Weltkrieg begonnenes Oeuvre in der zweiten Jahrhunderthälfte konsequent weiter. In Amerika setzten Künstler wie Charmion von Wiegand und Burgoyne Diller die Tradition der geometrischen Abstraktion fort. Die Entwicklung in Europa kann anhand der Werke von Olle Baertling, Gaston Bertrand, Jean Dewasne, Auguste Herbin, Adolf Fleischmann, Naum Gabo, Fritz Glarner, Robert Jacobsen, Richard Mortensen und Victor Vasarely nachgezeichnet werden.
Auch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts spielte die Frage, inwieweit Kunst und Leben interagieren könnten, eine wichtige Rolle. Vor diesem Hintergrund ist beispielsweise das künstlerische Engagement der 1951 gegründeten Gruppe "Espace" zu betrachten, deren Mitglieder geometrisch-abstrakt arbeiteten.


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