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Lexikon
Exakte Naturwissenschaften

Mit dem Oberbegriff Naturwissenschaft werden die einzelnen empirischen Wissenschaften zusammengefaßt, die sich mit der systematischen Erforschung der Natur und dem Erkennen der Naturgesetze befassen. Gemäß der alten Einteilung in unbelebte und belebte Natur trennt man auch heute noch die Naturwissenschaften in die vorwiegend mathematisch-formulierten exakten Naturwissenschaften und in die biologischen Naturwissenschaften. Zur ersten Gruppe gehören Physik, Chemie, Astronomie und Geologie, zur zweiten Biologie und ihre Teildisziplinen wie Anthropologie, Physiologie, Genetik und Ökologie. Insofern die durch Experimente erforschten und mittels naturwissenschaftlicher Theorien beschriebenen Erkenntnisse dem Menschen nutzbar gemacht werden, spricht man von angewandten Naturwissenschaften. Zu ihnen gehören beispielsweise Technik und Medizin.

Mit der Erfindung der Buchdrucks Mitte des 15. Jahrhunderts wurde es plötzlich möglich, Beobachtungen und Ergebnisse naturwissenschaftlicher Forschung anderen Gelehrten schnell zugänglich zu machen und die sogenannte Schwarzen Kunst – selbst ein Kind des grad erwachten naturwissenschaftlichen Denkens – trug ganz wesentlich dazu dabei, daß die Naturwissenschaften sich in den folgenden Jahrhunderten so rasant entwickeln konnten. Wie auf anderen Gebieten auch kommt einzelnen Werken dabei eine überragende Bedeutung zu. Nikolaus Kopernikus‘ Abhandlung De Revolutionibus orbium coelestium (1543) etwa ist ein Meilenstein in der Entwicklung menschlichen Geistes und stellte die bisherige Anschauung der Welt buchstäblich auf den Kopf. Andreas Vesalius‘ Werk über den Aufbau des menschlichen Körpers – ebenfalls 1543 erschienen – begründet die moderne Anatomie. Mit Galileis Beschreibung des neu erfundenen Fernrohrs und dessen Anwendung in der Astronomie (Sidericus Nuncius, Venedig 1610) beginnt die moderne, auf Beobachtung beruhende Astronomie. In Isaac Newtons Werken über Dynamik, Gravitation und Optik schließlich gipfelt die wissenschaftliche Revolution des 17. Jahrhunderts und sein Opus Philosophiae naturalis principia mathematica, erschienen London 1687, wird allgemein als das bedeutendste Werk in der Geschichte der Physik bezeichnet. Gleiches gilt für Darwins Entstehung der Arten (1859), dessen Bedeutung sich nicht nur auf das Gebiet der Biologie erstreckt und das durch die täglich anwachsende Zahl seiner empirischen Bestätigungen von vielen Wissenschaftlern mittlerweile als die fundamentalste Leistung menschlicher Erkenntnis angesehen wird. Die Reihe ließe sich seitenfüllend fortsetzen, bis hin zur Umwälzung der Naturwissenschaft im 20. Jahrhundert durch die Arbeiten Einsteins, Plancks und Heisenbergs. Berühmte Sammlungen naturwissenschaftlicher Bücher sind etwa diejenigen von Harrison D. Horblit (vgl. den Verkaufskatalog London 1974) oder von Robert B. Honeyman (Kat. London 1978).

Solche Meilensteine sind in der ersten Ausgabe sehr selten und gesucht. Sie gehören auf internationalen Buchauktionen zu den begehrtesten Sammelobjekten und zählen in den Bibliotheken zu den Kostbarkeiten ihrer jeweiligen Sammlungen. Entsprechend erzielen diese Bücher in unseren Versteigerungen außergewöhnlich hohe Preise.


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